Markus Coenen: Ein Kind der achtziger Jahre

Kennen Sie die Sesamstraße? Die war in den 1970er und 80er-Jahren sehr populär – eine Zeit, die Markus Coenen (Jg. 1970) geprägt hat. Die oben gestellten W-Fragen haben viel mit seinem Geschäftskonzept zu tun und einige Randerscheinungen der 80er-Jahre ebenfalls. Was ist aus dem ehemaligen Studenten der Rechtswissenschaften und einstigen Werbekaufmann geworden? Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Stationen seiner Vita:

  • Seit 2001 Inhaber einer Onlinemarketing-Agentur
  • Seit 2009 Autor im Selbstverlag
  • Seit 2014 Speaker, Vortragsredner und Business-Coach
  • Seit 2015 Erfolgscoach Buch & Experte für Buchmarketing

Wer etwas genauer in seinem Lebenslauf gräbt, stößt unweigerlich auf die Begriffe YES-Modus (www.yes-modus.de) und twenty seconds (www.twendyseconds.de). Als ich es das erste Mal lese, frage ich mich, ob der YES-Modus wieder so ein künstlich erzeugtes Motivations-Schlagwort ist, ähnlich wie „Tschaka, wir schaffen das!“ Und was will er überhaupt mit diesen twenty seconds aussagen? Das Interview ist terminiert und startet pünktlich um 10 Uhr. Meine beste Tageszeit für den YES-Modus, wie ich im Nachgang des Interviews schmunzelnd feststellen muss.

Vom Werbekaufmann (IHK) mit Stressproblem zum buchstäblich freien Kreativen

Markus ist zum Zeitpunkt des Gesprächs noch in Mönchengladbach, reist aber in Kürze für die nächsten paar Wochen nach Mallorca. Er arbeitet zu 100 Prozent ortsunabhängig und nutzt dabei virtuelle Dienste wie zum Beispiel einen Online-Terminplaner. Mich interessiert, wie und wann die Idee zu twenty seconds entstanden ist und was er eigentlich verkauft.

Markus gründete 2001 die Firma rc-com, eine Onlinemarketing-Agentur für Berater, Trainer und Coaches. Gestartet als Garagenfirma wuchs das Unternehmen innerhalb von 8 Jahren auf 12 Mitarbeiter an. Mit dem wirtschaftlichen Wachstum nahm der Stress zu, der sich zu einer Angst-Panik-Störung verdichtete. Im Jahr 2009 zog Markus die Reißleine und traf eine richtungsändernde Entscheidung. Er wollte raus aus der belastenden, grauen, deutschen Stressmühle.

Zur selben Zeit stieß er auf das Buch „Die 4 Stunden Woche“ von Tim Ferris. Das Konzept sprach ihn sofort an. Er suchte intensiv nach Möglichkeiten, seine professionellen Fähigkeiten und Kenntnisse einerseits und seine persönlichen Wünsche andererseits in eine Form zu gießen, die ihm örtliche und zeitlichen Unabhängigkeit bescherte. Seine Recherchen beförderten Dienstleistungen zutage, die er Baustein für Baustein rund um sein entstehendes Geschäftskonzept arrangierte. Auf seiner Liste stand zum Beispiel Dropscan, eine Firma, die sich um seine Post kümmerte. Außerdem fand er einige Anbieter von Mietbüros, die ihm unterwegs die benötigte Infrastruktur wie Internetanschluss, Besprechungsräume und Sekretariatsservice für seine Arbeit bereitstellten. Komponente für Komponente erschuf er rund um seine Vision des ortsunabhängigen Arbeitens eine agil funktionierende Struktur, in der er sein Business neu aufsetzte: twentyseconds.de nahm konkrete Formen an.

Was steckt hinter twentyseconds.de?

Der Firmenname hat seinen Ursprung in Markus´ kindlichen Aktivitäten am PC. Sein Name im Spiel „Donkey Kong“ lautet 20sec, die erzwungene Abkürzung von twenty seconds auf die damals 5 vorgeschriebenen Zeichen, die User benutzen durften. Mit 20sec erzielte er seinen ersten Highscore und der Name begleitet ihn seitdem. Er steht in Markus Welt für Spaß, Mühelosigkeit und Erfolg.

Mit twenty seconds startete Markus seine neue Karriere zunächst als Autor im Selbstverlag. Er sammelte Erfahrungen und lernte, was es heißt, ein Buch bei Amazon und anderswo optimal zu platzieren. Bis zum heutigen Tage laufen um die 370 Titel unter Pseudonymen beim Internetriesen und sorgen für passives Einkommen, wie es Tim Ferris gefallen würde.

Sein praktisch erworbenes Wissen darüber kombiniert er heute mit seinen fundierten Marketingkenntnissen, um als Berater und Referent für aktives Buchmarketing anderen Autoren zum Erfolg zu verhelfen. Er begleitet Unternehmer im Rahmen von Workshops und Coachings dabei, Buchprojekte erfolgreich umzusetzen. Er sieht sich als Ideengeber und Guide, der seine Kunden dabei unterstützt, die definierten Marketingziele effizient und effektiv zu erreichen: zum Beispiel Umsätze steigern oder Reputation erhöhen.

Was ist der YES-Modus? Doch ein neues Tschaka?

Markus bringt mit seiner schlichten Formel auf den Punkt, wozu ich ganze 24 Worte benötige:

Sich einer Sache hundertprozentig zu verpflichten, dauerhaft hohes Engagement und konzentrierte Zielorientierung zu praktizieren und sich dabei individuell, voller Mut und Freude zu entfalten.  

Das nennt Markus den YES-Modus. Wenn Menschen im YES-Modus kooperieren, dann werden die Ergebnisse oft exorbitant gut. Es entstehen Synergien, die aus einem durchschnittlichen Buchprojekt einen durchschlagenden Erfolg machen.  Das hat auch einen sehr guten Grund: Wer mit Leidenschaft bei der Sache ist, liefert Außergewöhnliches.

Konzepter und Koordinator

Markus Stärken liegen in der Konzeption einer Buchvermarktung sowie in der Koordination der damit verbundenen Aufgaben und Prozessen. Sind spezielle Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten außerhalb seiner Kompetenzen gefragt, holt er professionelle Teamplayer mit ins Boot. Deshalb empfiehlt Markus seinen Kunden beispielsweise, zur Gestaltung des Buchcovers einen engagierten Experten hinzuzuziehen. Kommt ein Kunde mit dem Schreiben nicht zurecht, weiß Markus einen schreibenden Kooperationspartner im YES-Modus. Braucht das Buch ausgefeilte Grafiken, perfektes Layout – Sie ahnen es schon – finden sich dafür diverse Kontakte in seiner speziellen Kartei. Markus weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu kennen und an der richtigen Stelle für Entlastung zu sorgen. Eine passende Komponente gezielt einzubinden ist eine logische Konsequenz, wenn ein Buchprojekt den größtmöglichen Erfolg erzielen soll.

Er selbst nutzt ebenfalls gezielt Komponenten, um ortsunabhängig zu arbeiten. Angefangen von einem externen Sekretariat, über einen Terminkalender zur Selbstbuchung durch Kunden, temporärer Anmietung von Workshop-Locations inklusive Catering bis hin zur Logistik-Komponente.

Was hat die Logistik-Komponente mit Buchcoaching zu tun?

Wer jetzt glaubt, dass Markus die Logistik-Komponenten nutzt, um Bücher zu versenden, der irrt. Er versendet darüber vielmehr Präsente an seine Kunden. Sinngemäß erklärt er:

„Klar könnte ich das selbst machen. Aber ich weiß genau, dass die Produkte dann bei mir herumliegen, ich zehnmal dagegenlaufe, mich ärgere, dass ich die Päckchen noch nicht fertig habe und beim Verpacken irgendwas schiefgeht. Ich will aber, dass meine Kunden das perfekt verpackte Päckchen öffnen und den allerbesten Eindruck gewinnen. Verpacken und versenden können Logistik-Profis einfach viel besser als ich.“

Recht hat er – natürlich auch damit, was die Professionalität unserer Logistik-Komponente angeht.

Und was kommt jetzt? So sieht Markus seine Zukunft

Auf meine Frage, wo Markus sich in 10 Jahren sieht, antwortet er ohne zu zögern:

„In 5 Jahren bin ich der bekannteste Buchcoach Deutschlands. Dann sind 8 Jahre seit dem Start von twentyseconds.de um. Danach sehe ich mich mit einer Gruppe von 10 bis 12 Personen Projekte im YES-Modus begleiten.“

Ob er sich zukünftig als Unternehmer-Coach sieht, möchte ich wissen und da kommt Markus doch tatsächlich ein wenig ins Stolpern. Der Begriff schmeckt ihm sichtlich nicht, obwohl er sich online und offline so bezeichnet.

„Coachen ist für mich oft zu neutral. Es ist ja so, dass das klassische Coaching dem Coachee hilft, die Lösung selbst zu finden. Aber manchmal fehlt meinem Kunden schlicht der Wissens- und Erfahrungsschutz dazu, er kommt nicht auf „seine Lösung“, egal wie lange ich da vor mich hin coache. Dann wechsle ich in die Rolle des Beraters. Ich setze spezifische Guidelines, in denen sich meine Kunden auf dem Weg zum geplanten Marketingziel bewegen können, ohne durch irgendwelche Fehltritte massive Erfolgshemmer zu produzieren.“

Kurzum: Markus ist ein Profi im zielorientierten Koordinieren von Kundenwünschen.

Wir wünschen ihm, dass er in Deutschland, Mallorca und wo immer er in Zukunft seine Zelte aufschlägt, seinen persönlichen YES-Modus beibehält und natürlich ganz viel Erfolg mit den aktuellen und kommenden Projekten!

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