Was ist ChatGPT?

Genau diese Frage haben wir dem Programm selbst gestellt. Die Antwort der künstlichen Intelligenz lautet wortwörtlich so:

"ChatGPT ist ein großes natürliches Sprachverarbeitungsmodell, das von OpenAI trainiert wurde. Es kann verwendet werden, um automatisch Text zu generieren, Fragen zu beantworten, Übersetzungen vorzunehmen und vieles mehr. Es nutzt die Technologie der neuronale Netze und ist in der Lage, menschenähnliche Textgenauigkeit zu erreichen. ChatGPT kann in vielen Anwendungen wie Chatbots, Sprachassistenten und automatischen Schreibdiensten eingesetzt werden."

Hättest du bemerkt, dass dieser Absatz von einem Programm selbstständig geschrieben wurde? Wie die meisten, wahrscheinlich nicht - obwohl hier ein, zwei kleine Fehler drin stecken. ChatGPT kann zumindest im Augenblick (Januar 2023) kostenfrei genutzt werden, ein Preismodell liegt allerdings schon in der Schublade. Alles, was du tun musst, ist einen Account anzulegen. Und dann geht es auch schon los: Stell eine Frage und warte auf die Antwort. Das Programm scheint fast alles zu “wissen”, doch genau hier liegt ein Problem - dazu gleich mehr.

ChatGPT: Ernsthaft Google-Konkurrenz oder überschätzter Hype?

Wer den Begriff ChatGPT googelt, findet eine Flut von Artikeln, die das Programm unter anderem als “Google-Killer” bezeichnen. Schließlich lässt es sich alternativ zur Google-Suchmaschine einsetzen und liefert Antworten in zusammenhängenden Texte. 

Während Google auf eine beliebige Frage eine Liste von Websites anzeigt, auf denen du die entsprechenden Antworten selbst finden und nachlesen musst, formuliert ChatGPT die Antwort sofort. Du liest die Antwort und bist gleich im Bilde. “Lästiges” suchen nach seriösen Artikeln mit zuverlässigen, vertrauenswürdigen Informationen haben sich damit offenbar erledigt. Das spart viel Zeit. Allerdings trennt sich hier die Spreu vom Weizen, denn derzeit berechnet ChatGPT seine Antworten, indem es vereinfacht gesagt ermittelt, welches Wort aller Wahrscheinlichkeit nach auf ein vorhergehendes Wort folgt. Dem Tool stehen Billionen von Begriffen, Redewendungen, Zitaten und Sätzen in englischer Sprache zur Verfügung, die später übersetzt werden. Die generierten Antworten beruhen auf Statistiken, die sich auf Basis von Millionen Artikeln von Websites berechnen lassen, die im Datenpool von ChatGPT gespiegelt sind. Doch was ist mit aktuellen News? Auf die Frage: ”Wer hat die US Open 2023 gewonnen?” lautet die KI-Antwort: 

“Ich habe keine Informationen über den Gewinner der US Open 2023, da mein Wissensschnitt im Jahr 2021 endet.”

Neue Artikel oder aktuelle Nachrichten werden also nicht berücksichtigt, die Datenbasis ist veraltet. Und, ganz nebenbei gefragt: Was bitte ist ein Wissensschnitt? Für alle, die es nicht wissen, liefert das Tool gleich die passende Erklärung: 

“Ein Wissensschnitt (auch Wissens-Cutoff genannt) bezieht sich auf das Datum, bis zu dem ein KI-Modell während seiner Schulung Informationen aufgenommen hat. Jüngere Ereignisse oder Entwicklungen, die nach diesem Datum stattgefunden haben, sind dem Modell nicht bekannt. Der Wissensschnitt für das ChatGPT-Modell beträgt 2021.”

Der Duden kennt den Begriff zwar nicht und auch nach etwas intensiverer Recherche konnten wir keine ähnlich lautende Erklärung finden, aber sei es drum. Die Erklärung scheint plausibel, also akzeptieren wir sie, oder nicht?

Problem: Unstimmigkeiten und falsche Angaben sind schwer zu erkennen

Fakt ist, dass das Tool eine Antwort liefert, die weder aktuell recherchiert noch auf Richtigkeit oder Sinnhaftigkeit überprüft wurde. Es handelt sich um eine Antwort, die den Berechnungen zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach stimmen müsste. Oder anders ausgedrückt: Du kannst dich nicht darauf verlassen, dass die Antworten tatsächlich richtig sind. Und hier kommt noch ein Problem: Wenn du eine Frage stellst, zu der in der Datenbasis keine nützlichen Infos vorliegen, liefert das Tool trotzdem ein Ergebnis. Du kannst allerdings nicht erkennen, wann dies der Fall ist. 

Der Hype um ChatGPT ist aktuell riesig und jeden Tag kommt etwas Neues hinzu. Wir wollen uns kein Urteil erlauben, inwieweit das Tool Google vom Thron stoßen könnte oder welche Jobs es möglicherweise überflüssig macht. Stattdessen fokussieren wir uns ganz pragmatisch auf die Vorteile, die sich für Entrepreneure, junge Gründer und etablierte Unternehmen ergeben. Allerdings nur, wenn sie die Ergebnisse mit der gebotenen Vorsicht nutzen und einen seriösen Faktencheck vornehmen sowie eine Rechtschreibprüfung drüberlaufen lassen.

Dazu kannst du ChatGPT im Business nutzen

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Chatbot dabei helfen kann, interne Prozesse rascher und günstiger ablaufen zu lassen. Er leistet gute Dienste als Assistent, solange du in Zweifelsfragen die gelieferten Antworten und Ergebnisse einem Faktencheck unterziehst. Der Mensch bleibt nach wie vor die Kontrollinstanz. Folgende Assistenzaufgaben kann das Tool bereits jetzt gut erfüllen:

Social Media Assistenz

Du hast einen Blogbeitrag geschrieben und willst nun knackige Post auf Facebook, Instagram oder TikTok platzieren? Dann bitte deinen Assistenten darum. Dieser formuliert in passender Länge nützliche Texte, die du kurz prüfst, bevor du sie verwendest. Im Übrigen kannst du durch ein weiteres auf KI basierendes Tool, zum Beispiel Dall E, ein passendes Bild zum Post erstellen lassen. Einfach Stichworte eingeben und die künstliche Intelligenz arbeiten lassen. 

Onlineshop-Assistenz

Eine lästige Aufgabe, die kaum jemand gerne macht, ist die Erstellung von Produktbeschreibungen und Merkmal-Listen in Onlineshops. Sich inhaltlich ständig wiederholende Textbausteine, die ein weiteres Mal unique umgeschrieben werden müssen, zerren an den Nerven. Für eine solche Aufgabe ist das Tool eine gute Hilfe. HIer werden vorhandene Texte mit vorab geprüften Fakten verwendet, so dass der Faktencheck wegfällt. 

Datenverarbeitungs-Assistent

Wenn du viel mit umfangreichen Datenmengen zu tun hast, die unsortiert, neu strukturiert oder nach Sinnzusammenhängen gruppiert werden sollen, kann das KI-Tool dich gut unterstützen. Wichtig ist, dass deine Aufgabe präzise und nicht zu komplex formuliert ist. Andernfalls ist die Gefahr groß, dass das Tool dich falsch versteht und in der Folge falsche Ergebnisse liefert.

Chatbot-Anwendungen

Du möchtest deinen Usern einen Chatbot zur Verfügung stellen, der ihnen auftretende Fragen direkt auf der Website beantwortet? Dann hast du mit ChatGPT eine perfekte Anwendung gefunden. Es kann dir sehr viel Arbeit in diesem Zusammenhang abnehmen.

ChatGPT meets reality: Konkurrenz schläft nicht

Wer glaubt, dass ChatGPT die einzige Software ihrer Art wäre, irrt. Es gibt eine ganze Reihe von Alternativen, die schon wesentlich länger existieren und sich online finden lassen. YouChat fokussiert sich mehr auf die Suchmaschinenaspekte, Replika antwortet auf alle möglichen Fragen und liefert zudem Quellenangaben. Andere Tools sind in der Lage, aus Beschreibungen Bilder zu generieren oder ganze Videos zu erstellen - maßgeschneidert für deinen Content, der dadurch sehr individuell gestaltet werden kann. Es lohnt sich, sich mit den immer besser werdenden Tools auseinanderzusetzen, denn sie können dir im Arbeitsalltag einiges an Mühe und Zeit ersparen und dir außerdem einen Kreativitätsschub liefern. 

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