Was ist psychologische Sicherheit?

Fühlen sich Menschen psychologisch sicher, haben sie keine Scheu davor, in einer Gruppe ausgegrenzt oder abgelehnt zu werden, wenn sie sich äußern. Sie sprechen ihre Gedanken, Gefühle und Bedenken offen aus, denn sie haben keine Angst vor negativem Feedback oder gar vor nachteiligen Folgen für ihren Job.  In einem solchen Umfeld ist es möglich, offen zu diskutieren, Fragen zu stellen oder auch mal einen Fehler zuzugeben – alles ohne die Sorge, dafür kritisiert oder abgewertet zu werden. Welche Rolle spielt dabei die Führungskraft - also zum Beispiel du als Chef oder Chefin oder auch ein Teamleader - und wie lässt sich diese Atmosphäre schaffen und erhalten?

Die Rolle der Führungskraft in diesem Prozess ist zentral. Als Führungsperson setzt du die Rahmenbedingungen für eine offene Kommunikation und solltest aktiv Vorreiter sein, wenn es darum geht, Vertrauen zu fördern und zu stärken. Dies beginnt oft mit dem eigenen Verhalten: Authentizität und das Vorleben von Transparenz sind Schlüsselkomponenten. Indem du selbst Risiken eingehst und deine eigenen Fehler eingestehst, gibst du deinem Team implizit die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist das aktive Management von Konflikten innerhalb des Teams. Psychologische Sicherheit bedeutet nicht, dass keine Meinungsverschiedenheiten auftreten; vielmehr geht es darum, wie ihr die Meinungsverschiedenheiten wertschätzend handhabt. Konfliktmanagement, das auf Empathie und Verständnis basiert, trägt zu einer Umgebung bei, in der sich dein Team sicher fühlt, die eigene Meinung zu äußern, ohne befürchten zu müssen, dafür abgelehnt zu werden.

Warum ist ein sicherer Rahmen so wichtig?

Psychologische Sicherheit ist ein zentraler Aspekt, der das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit deines Teams begünstigt. In der Arbeitswelt von heute ist ständige Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert. Auch deshalb ist ein zuverlässiger, geschützter psychologischer Raum für Mitarbeitende so wertvoll.

Förderung von Kreativität und Innovation

Ein Arbeitsumfeld, das psychologische Sicherheit bietet, ist wie ein fruchtbarer Boden für Innovationen. Mitarbeiter, die keine Angst haben, ihre Gedanken zu äußern oder Vorschläge zu machen, bringen nicht selten bahnbrechende Ideen hervor. Teams, die sich sicher fühlen, Risiken einzugehen, lösen Probleme oft schneller und effektiver. Außerdem scheuen sie sich nicht, auch unkonventionelle Wege zu gehen. Dies öffnet die Tore für Kreativität und führt zu innovativen Lösungen, die den Markt verändern können.

Steigerung der Produktivität

Psychologische Sicherheit und Produktivität sind direkt miteinander verknüpft. Mitarbeiter, die sich in ihrem Arbeitsumfeld sicher fühlen, sind tendenziell engagierter und motivierter. Dies reduziert Stress und fördert eine gesunde Arbeitsatmosphäre, in der Aufgaben effizient und mit Freude erledigt werden. Zufriedene Mitarbeiter sind aber nicht nur produktiver, sie tragen außerdem zu einer positiven Unternehmenskultur bei, die wiederum die Gesamtleistung steigert. 

Verbesserung der Mitarbeiterbindung

Die Bindung von Mitarbeitern an ein Unternehmen hängt wesentlich davon ab, wie sie die psychologische Sicherheit im Unternehmen erleben. In einem Umfeld, in dem sich die Mitarbeiter wertgeschätzt und respektiert fühlen, sinken die Fluktuation und die damit verbundenen Kosten für die Neubesetzung von Stellen. Langfristig führt dies zu einem stabilen Teamgefüge und einer tieferen Verbundenheit mit dem Unternehmen. Genau betrachtet ist dies eine der besten Methoden, ein Unternehmen zu führen.

Die Rolle der Führungskräfte 

Was macht eine Führungskraft eigentlich wirklich erfolgreich? Sicherlich ist Effizienz ein wichtiges Merkmal. Doch der wahre Erfolg einer Führungskraft zeigt sich darin, wie sie sich in das Team einfühlt und mit den Teammitgliedern interagiert. Eine Schlüsselkomponente dabei ist unter anderem die psychologische Sicherheit. Und so kannst du eine Atmosphäre schaffen, die jedem einzelnen Teammitglied zugute kommt. 

Kreiere einen sicheren Kommunikations-Rahmen

Zunächst solltest du einen "sicheren Hafen" schaffen, in dem sich alle Teammitglieder trauen, offen und ehrlich zu sein. Das bedeutet, dass Fehler oder Fragen erlaubt sind und dass jedes Teammitglied ungeachtet der Position ermutigt wird, sich zu äußern - und das ohne Angst vor Blamage oder gar Bestrafung. Du verhältst dich im übertragenen Sinne wie ein Kapitän, der ruhig bleibt und klar kommuniziert, auch wenn das Meer stürmisch ist. Diese Art von Führung hilft, Vertrauen und Offenheit zu fördern. Wenn du aktiv zuhörst und regelmäßig Feedback gibst, das konstruktiv und unterstützend ist, entsteht eine Kultur der Offenheit.

Sicherheitsrahmen dauerhaft aufrechterhalten

Nachdem der Grundstein für ein psychologisch sicheres Umfeld gelegt ist, besteht die nächste Herausforderung darin, diese Atmosphäre zu erhalten. Dies erfordert von dir, konsequent zu handeln und dich gegen jede Art von Verhalten zu stellen, das die etablierte Sicherheit untergraben könnte. Regelmäßige Team-Meetings, in denen offen über Sorgen und Ideen gesprochen werden kann, sind dabei von zentraler Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, eine Kultur der Anerkennung zu pflegen, in der Erfolge gefeiert und gute Leistungen anerkannt werden.

Durch die Förderung und Erhaltung psychologischer Sicherheit bildest du ein starkes Fundament für dein gesundes, resilientes und erfolgreiches Unternehmen. Der langfristige Vorteil einer solchen Kultur ist unübersehbar: Sie führt zu einer höheren Mitarbeiterbindung, gesteigerter Innovation und letztendlich zu einer besseren Unternehmensleistung.

Praktische Schritte zur Förderung der psychologischen Sicherheit

Wie oft hast du schon von psychologischer Sicherheit gehört, ohne genau zu wissen, wie du sie praktisch umsetzen kannst? Es reicht nicht, die Idee theoretisch gut zu heißen; es kommt darauf an, sie aktiv zu leben. 

Um eine positive Atmosphäre herzustellen, in der jeder angstfrei sprechen kann, sind regelmäßige Termine und offene Gesprächsrunden hilfreich. Nutze Technologien wie interne Chat-Tools oder regelmäßige Video-Calls, um Hemmschwellen abzubauen und den Austausch zu erleichtern. Mach es zur Gewohnheit, dass jeder die eigenen Gedanken und Bedenken frei äußern kann, ohne Unterbrechung oder Beurteilung.

Aufbau einer Feedback-Kultur

Konstruktives Feedback ist das Rückgrat einer jeden starken Unternehmenskultur. Schulungen zu Feedback-Techniken können helfen, eine Atmosphäre zu erzeugen, in der Lob und konstruktive Kritik Hand in Hand gehen. Organisiere Workshops, die den Teammitgliedern zeigen, wie sie Feedback geben und bekommen, und betone, dass jeder Beitrag zur Verbesserung des Teams wertvoll ist.

Einbeziehung aller Teammitglieder

Stelle sicher, dass alle Stimmen gehört werden. Verwende Moderationstechniken in Meetings, um auch den leiseren Teammitgliedern Raum zu geben. Vielfältige Perspektiven bereichern die Diskussion und sorgen für starke Erfolge. Führe regelmäßige Einzelgespräche durch, um mehr über individuelle Anliegen und Ideen zu hören.

Umgang mit Fehlern und Misserfolgen

Behandle Fehler und Misserfolge als Lernchancen. Fördere eine Kultur, in der Misserfolge offen diskutiert und zur Orientierung für Verbesserungen genutzt werden können. Setze klare Richtlinien, die Fehler als Teil des Lernprozesses klassifizieren.

Langfristige Strategien für mehr psychologischen “Safe Space”

Psychologische Sicherheit ist keine einmalige Angelegenheit. Sie erfordert ständige Aufmerksamkeit und Anpassung. Implementiere regelmäßige Überprüfungen der Teamdynamik und nutze Umfragen oder Feedback-Tools, um ein kontinuierliches Verständnis der Teamstimmung zu gewährleisten. So sicherst du die Nachhaltigkeit deiner Bemühungen und förderst eine dauerhaft gesunde Arbeitsumgebung.

Deine Verhaltensweise wirkt sich auf den Erfolg aus

Mit deinem Führungsstil beeinflusst du den Erfolg deines Teams (und damit deines Unternehmens), indem du auf dessen Zufriedenheit und Engagement positiv einwirkst. Führen musst du zwangsläufig, dann mach es doch gleich auf die bestmögliche Weise!

Es ist kein Geheimnis, dass die Schaffung einer psychologisch sicheren Arbeitsumgebung entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg ist. Wie du soeben erfahren hast, ist ein proaktiver Ansatz unerlässlich. Führungskräfte müssen verstehen, dass ihre Rolle keineswegs das Verwalten von Aufgaben als Hauptaufgabe hat, sondern dass sie tief in die Gestaltung der Unternehmenskultur eingreifen. Dies geschieht übrigens nicht nur bei proaktiver Führung, sondern auch, wenn du die Führungsaufgaben nicht optimal wahrnimmst. Dann ist dein Einfluss entsprechend suboptimal.

Regelmäßige Schulungen und Workshops sind eine Investition in die Fähigkeiten des Teams. Sie bilden die psychologische Grundlage für die Zusammenarbeit. Hier schaffst du bei jedem einzelnen die Voraussetzungen für die Anerkennung einer Atmosphäre, die Offenheit und Respekt fördert.

Weiterhin ist die kontinuierliche Bewertung der Teamdynamik von zentraler Bedeutung. Dies heißt, dass du Feedback aufnimmst und es nutzt, um sinnvolle Veränderungen herbeizuführen. Dein Team sollte die Gewissheit haben, dass die persönliche Meinung wertgeschätzt wird. Das führt wiederum zu einer stärkeren Bindung und damit zu einer geringeren Fluktuation - es hängt alles zusammen.

Psychologische Sicherheit ist nicht nur eine nette Ergänzung zur Unternehmenskultur – sie ist ein bedeutender Baustein für den langfristigen Erfolg. 

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