Welche Branchen sind besonders betroffen?

In der Reisebranche sind die Umsätze nahezu vollständig eingebrochen. Startups in diesem Sektor stehen genauso wie Branchenriesen vor schier unüberwindbaren Schwierigkeiten – viele werden sich von der Krise nicht mehr erholen können. Neben Travel-Startups sind die Bereiche Kunst, Kultur, Gastronomie und Automobil stark betroffen. Viele weitere Branchen müssen ebenso mit extremen Einbußen bis hin zur Insolvenz rechnen.

Geschäftsmodell kritisch hinterfragen

Allerdings stecken in der Krise auch Chancen, denn sie zwingt Startups dazu, sich erneut intensiv mit ihrem Konzept zu befassen. Nach der Krise wird sich die Wirtschaftslage stark verändert haben und mit ihr ändern sich Bedürfnisse und Anforderungen von Kunden an Produkte und Dienstleistungen. Passt deine Geschäftsidee in die rezessive Zeit nach der Krise? Die zentralen Fragen, die sich jedes Startup jetzt stellen muss, sind diese:

  • Braucht die Welt, das was ich mache in den nächsten 3 bis 5 Jahren?
  • Hat mein aktuelles Konzept langfristig Chancen?
  • Wie muss ich mein Geschäftsmodell adaptieren, um die veränderten Anforderungen im neuen Wirtschaftsklima zu erfüllen?

Wenn du bereits in der Vergangenheit den grundlegenden Ansatz des Entrepreneurial Designs beherzigt hast, den Prof. Faltin in seinen Bücher intensiv vorgestellt hat, dann sollte dein Konzept von innen heraus stabil und tragfähig sein. (Prüfe dein Konzept: Erstcheck Entrepreneurial Design ) Denn dann hat dein unternehmerisches Konzept unter anderem

  1. klare Marktvorteile, die sich in einem deutlichen Vorsprung vor Mitbewerbern manifestieren,
  2. keine technologischen oder wirtschaftlichen Obsolenzen und
  3. einen minimalen Finanzierungsaufwand.

Diese drei Aspekte sind ein starker Schutzschild gegen Wirtschaftskrisen, obschon die Corona-Krise mit ihren staatlich vorgeschriebenen, wochenlangen Geschäftsschließungen eine absolute Ausnahmesituation darstellt. Wer ein onlinebasiertes Business betreibt ist im Vorteil. Komponente: Digitaler Werkzeugkoffer

Was tun, um nicht bereits vor dem Start unterzugehen?

Falls du noch gar nicht gegründet hast, sondern dein Geschäftskonzept noch ruht, nimm es dir noch einmal vor. Ist das Entrepreneurial Design durchdacht und tragfähig? Kannst du es an die zu erwartende kommende Marktsituation adaptieren? Nutze die aktuelle Auszeit dazu, ins Detail zu gehen und das Konzept auszufeilen. Bereite den Proof of Concept unter den veränderten Vorzeichen vor und mache dich bereit für den praktischen Stresstest.

Wie können krisenbetroffene Startups handeln?

Mit dem Schicksal zu hadern bringt dich nicht weiter. Du solltest nach vorne schauen, denn es ist deine Aufgaben dein Business durch die Krise steuern. Ziele müssen überdacht, passende Maßnahmen ergriffen werden. So transparent wie du bislang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten umgegangen bist, solltest du auch in und nach der Krise agieren. Spiel mit offenen Karten und informiere alle Beteiligten über die Situation. Beschäftige dich mit der finanziellen Seite und setze eine neue Umsatzplanung auf.

Eine wesentliche Frage ist, über welchen Zeitraum dein verfügbares Geld reicht. Berücksichtige bei der Planung, dass vermutlich die Zahlungsfähigkeit deiner Kunden zurückgehen wird. Aus Vorsichtsgründen ist es deshalb ratsam, die Zahlungsausfallquote höher als sonst anzusetzen.

Staatliche Hilfe? Ja, aber bedingt

Wenn der finanzielle Status quo geklärt ist, informiere dich über die staatlichen Möglichkeiten, die im Zuge der Corona-Krise bereitgestellt werden. Doch bedenke dabei, dass der Finanzierungsaufwand bei einem guten Entrepreneurial Design minimal ist. Auch wenn jetzt leicht an Geld zu kommen ist und die Konditionen gut erscheinen, bindet dich ein Kredit langfristig und du gerätst zwangsläufig in eine Banken-abhängige Situation. Die in Aussicht gestellten staatlichen Direktzuschüsse, die für Solo-Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen praktisch zur Überbrückung des finanziellen Engpasses dienen sollen, sollten im besten Falle ausreichen, um die Corona-Krise zu überstehen.

Die staatlichen Hilfen im Überblick

Die wichtigsten Finanzhilfen des Bundes sind die folgenden:

  1. Kurzarbeitergeld – zu beantragen bei der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit, geht direkt online!
  2. Förderkredite – zu beantragen bei der Kfw-Bank oder der regional zuständigen Landesbank  (siehe auch untenstehende Auflistung)

Neben Steuererleichterungen durch Herabsetzung von Steuervorauszahlungen sowie Stundungsmöglichkeiten, auch für Sozialversicherungsbeiträge, Erlass von GEZ-Gebühren und entgegenkommende Einzelangebote von einzelnen Unternehmen können von der Krise betroffene Unternehmen Zuschüsse bei den zuständigen Landesbanken in ihrem Bundeslang beantragen.

Die finanziellen Soforthilfen betragen für Solo-Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigte 9000 € als Einmalzahlung für drei Monate und 15.000 € für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten. Je nach Bundesland – aber nicht überall - kommen weitere Zuschüsse hinzu für  Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten.

  1. Direktzuschüsse – zu beantragen über die Landesbanken der Bundesländer

Fazit: Erst nachdenken, dann handeln

Wie immer gilt, dass kopfloses Handeln nicht erfolgversprechend ist. Wenn dich die Krise hart getroffen hat, halte inne und nutze die Zeit, um das Entrepreneurial Design zu überdenken. Die Finanzen sind selbstverständlich drängend und wichtig und haben Priorität. Wir wünschen dir, dass du dein Business mit möglichst geringem Finanzierungsaufwand durch die Krise bringst und danach mit einem adaptierten  Konzept durchstartest. Das Komponentenportal kann dir mit diesen Komponenten helfen:

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