Innovationen mit weitreichenden Auswirkungen

Startups der VR/AR-Szene beeinflussen die Art und Weise, wie wir interagieren, lernen, spielen und arbeiten auf geradezu revolutionäre Weise. Diese Unternehmen führen uns mit ihren Entwicklungen in eine neue Ära der digitalen Realität. Das klingt nicht nur spektakulär, sondern ist es auch. Wie gewohnt haben wir für euch eine Handvoll Startups herausgepickt und stellen sie euch in Kurzporträts vor. Doch bevor wir damit beginnen, sei anhand von praktischen Beispielen erklärt, worum es eigentlich geht.

VR und AR kurz erklärt

Mit VR, also Virtual Reality, kannst du gewissermaßen in eine andere Welt abtauchen. Stell dir vor, du setzt eine Brille auf und bist visuell mittendrin in einer komplett digitalen Welt. Alles, was du siehst, ist digital und reagiert auf deine Bewegungen. Manchmal gibt es sogar Handschuhe oder Anzüge dazu, die dir das Gefühl geben, du könntest diese digitale Welt auch anfassen. 

AR, Augmented Reality, hat einen anderen Ansatz. Statt dich komplett in eine neue Welt zu katapultieren, holt AR digitale Dinge in deine reale Welt. Du schaust auf dein Handy oder durch eine spezielle Brille, und kannst digitale Informationen, Muster oder Farben in deine Umgebung einbauen. So kannst du zum Beispiel mit deiner Smartphone-Kamera deinen Hausflur aufnehmen und einen ausgewählten Garderobenschrank virtuell platzieren. So siehst du vorher, ob das Möbelstück farblich und räumlich gut in dein Zuhause passt. 

Dies soll als Einstieg genügen. Jetzt folgt eine Auswahl drei spannender deutscher Startups aus der VR/AR-Szene.

Holo-Light: Pionier der Augmented Reality Technologie in der Industrie

Die Firma Holo-Light wurde 2015 in München von Florian Haspinger, Susanne Haspinger und Alexander Werlberger gegründet. Mit ihrem klaren Fokus auf die Entwicklung von Technologien aus der Welt der Augmented Reality hat Holo-Light in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und eine bedeutende Position eingenommen.

Holo-Light hat sich auf die Entwicklung von AR-Technologien für industrielle Anwendungen spezialisiert. Eines ihrer herausragenden Produkte ist eine AR-Brille, die speziell für den Einsatz in der Industrie entwickelt wurde. Diese Brille dient als hilfreiches Werkzeug in verschiedenen Branchen, von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis hin zur Architektur, indem sie die digitale und reale Welt auf innovative Weise miteinander verknüpft.

Zusätzlich bietet Holo-Light eine Software-Entwicklungsumgebung für AR an. Diese Plattform ermöglicht es anderen Unternehmen, eigene AR-Anwendungen zu entwickeln und an ihre spezifischen Anforderungen anzupassen. Hier zwei Beispiele, wie die Technologie von Holo-Light eingesetzt werden kann:

  • In der Logistikbranche kann die AR-Brille dazu verwendet werden, die Kommissionierung und Verpackung von Waren zu optimieren. Die Brille kann dem Lagermitarbeiter Informationen zu den genauen Standorten der Produkte geben, die er abholen muss, sowie Anweisungen zur optimalen Anordnung der Produkte in der Verpackung. Dies spart Zeit und reduziert Fehler beim Versand.
  • Architekten und Bauplaner können die AR-Technologie einsetzen, um virtuelle 3D-Modelle von Gebäuden direkt auf Baustellen zu projizieren. Dadurch können sie den geplanten Baukörper in seiner realen Umgebung visualisieren und überprüfen, ob er mit den bestehenden Strukturen und Gegebenheiten kompatibel ist. Die AR-Brille ermöglicht auch eine kollaborative Zusammenarbeit, indem mehrere Personen gleichzeitig die virtuellen Modelle sehen und diskutieren können.

Innoactive: VR-gestütztes Training

Innoactive, ein innovatives Unternehmen aus München, wurde im Jahr 2013 von Daniel Seidl ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel von Innoactive besteht darin, die Grenzen des Lernens und der Weiterbildung mithilfe modernster Technologie zu erweitern.

Die Hauptleistung von Innoactive besteht in der Entwicklung einer umfassenden Plattform für Virtual-Reality-Trainings. Das bedeutet, dass Unternehmen mit Innoactives Plattform ganz individuelle VR-Trainingsprogramme erstellen können. Die Programme ermöglichen es Mitarbeitern, in einer realistischen, aber dennoch sicheren virtuellen Umgebung zu lernen und zu üben. Ein praktisches Beispiel soll zeigen, wie die Technik von Innoactive Firmen hilft:

Ein Mitarbeiter bei einem Triebwerkshersteller soll lernen, ein Triebwerk für ein Flugzeug zusammenzubauen. Normalerweise wäre das eine komplexe Aufgabe, bei der kostspielige Fehler passieren können. Statt echte Fehler an echten Triebwerken zu machen, die echtes Geld kosten, erhält der Mitarbeiter eine VR-Brille. Er taucht in die virtuelle Werkstatt ein und sieht alle Einzelteile des Triebwerks. Zudem steht ihm eine ganze Werkzeugkiste zur Verfügung.

Mithilfe von virtuellen Anleitungen über ein Headset baut er das Triebwerk Stück für Stück zusammen. Er nutzt verschiedene Werkzeuge und lernt dabei, wie alles funktioniert. Wenn ein Fehler passiert, entsteht kein realer Schaden. Der Mitarbeiter drückt einfach den Zurück-Button und durchläuft den Schritt so oft, bis er alles versteht und korrekt ausführt. 

Dieser Ansatz hat bereits die Aufmerksamkeit einiger großer Namen auf sich gezogen. Innoactive arbeitet zum Beispiel mit BMW und Lufthansa zusammen. 

Realities.io: Die Welt erkunden, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen

Realities.io wurde 2016 von Daniel Sproll, David Finsterwalder und Dominic Eskofier in Berlin gegründet. Das Startup ist ein Spezialist in der Erstellung fotorealistischer Virtual-Reality-Umgebungen.

Pauschal ausgedrückt will das Gründerteam die Art und Weise verändern, wie wir Dinge entdecken, erfahren und erlernen. Auf ihrer Plattform lassen sich reale Orte sehr detailliert digitalisieren. Nutzer können die Orte dann virtuell entdecken und beispielsweise durch einen Ort hindurch spazieren, ohne sich aus dem Haus zu bewegen. 

Realities.io hat bereits Anerkennung in der Branche erhalten und arbeitet mit renommierten Kunden wie Google und Microsoft zusammen. Ihre Arbeit bietet eine spannende Perspektive auf die Zukunft von Bildung, Tourismus und sogar Architektur. Zwei Beispiele sollen verdeutlichen, was das in der Praxis heißen kann: 

  • In einer fotorealistischen VR-Umgebungen können Firmen beispielsweise ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren oder ihre Mitarbeiter schulen. Kunden könnten durch ein neues Bürogebäude laufen, bevor es überhaupt gebaut wird. 
  • Auch im Bereich des Tourismus gibt es spannende Möglichkeiten. Menschen könnten virtuell verreisen und Orte besuchen, die sie sonst nie erreichen könnten. Das kann sowohl für Reiseanbieter als auch für historische und kulturelle Einrichtungen interessant sein.

Fazit: Die Zukunft ist virtuell

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Startups in der VR/AR-Branche eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft spielen. Ihre innovativen Entwicklungen haben bereits die Art und Weise, wie wir interagieren, lernen, spielen und arbeiten, revolutioniert. Die Bandbreite der Anwendungen ist enorm. Die Technologien von heute legen den Grundstein für die Entwicklungen von morgen. Mit fortschreitender Innovation und immer leistungsfähigerer Hardware ist zu erwarten, dass VR und AR weiterhin zukunftsweisend sind. Es ist und bleibt spannend zu erleben, wie die Technologien die Wahrnehmung transformieren und neue Möglichkeiten für Bildung, Unterhaltung, Medizin und viele andere Bereiche eröffnen.

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