Kleiderly: Wie sich Altkleider in Möbel verwandeln

Die Chemie-Ingenieurin Alina Bassi war zu einem Familienbesuch in Tansania. Auf den afrikanischen Märkten fielen ihr Verkaufsstände ins Auge, die gebrauchte Kleidung aus Europa feil boten. Die Mengen waren so groß, dass Alina nachforschte und etwas Schockierendes herausfand: 87 Prozent der Secondhand-Kleidung landet auf dem Müllberg. Da der Plastikanteil in der Kleidung hoch ist, dauert die Verrottung bis zu 200 Jahre. Wird die Kleidung verbrannt, wird eine hohe Menge CO₂ frei. Alina nahm diese Feststellungen zum Anlass, um an einer passenden Recycling-Methode zu tüfteln. Diese Methode hat sie sich patentieren lassen. Nun verwandelt sie Altkleider in Kunststoff, welches sie als Rohstoff an die Industrie verkauft. Diese stellt davon neue Mode sowie Kleiderbügel und Möbel her.

Epap: Digitale Belege statt Papierberg

Seit 2020 ist die sogenannte Belegausgabepflicht gesetzlich verankert. Die gedruckten Kassenzettel haben schon vielerorts für Ärger gesorgt. Das Start-up Epap hat für die Papierflut eine Lösung entwickelt. Statt der Belege bekommen Verbraucher die Rechnung auf die App auf Ihrem Smartphone übertragen. Dort lässt sich im Hintergrund ein Bankkonto verknüpfen. Die Belege werden direkt mit den Buchungen abgeglichen und zugeordnet. 18 von 20 der großen Kassenhersteller in Deutschland haben die Schnittstelle zu Epap bereits in ihre Software integriert. Händler zahlen eine Gebühr, für Kunden bleibt der Dienst kostenfrei. Demnächst wird es zusätzliche kostenpflichtige Features für Verbraucher geben, so beispielsweise ein digitales Haushaltsbuch.

Sirplus: Lebensmittel-Abo zum halben Preis

Lebensmittel werden nach wie vor Tag für Tag verschwendet und es gibt einige Konzepte, die daran anknüpfen. Dazu gehört beispielsweise foodsharing.de. Das Prinzip des Konzepts bekannt: Überschüssige Lebensmittel werden von Restaurants, Unternehmen oder Supermärkten abgeholt und Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Wer selbst etwas übrig hat, kann es über zentrale Sammelstellen anderen zugänglich machen, statt es wegzuschmeißen. Gegründet wurde foodsharing.de von Raphael Fellmer, der mit seiner neuesten Firma Sirplus noch einen Schritt weiter geht. In Berlin unterhielt Sirplus einige Filialen, die übrig gebliebene Lebensmittel zu stark reduzierten Preisen anboten. Auch Produkte, die aufgrund eines veralteten Designs oder kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum aussortiert wurden, waren hier zu finden. Die Präsenzfilialen müssen nach aktuellen Pressemeldungen von September 2021 bald wieder schließen, denn die Berliner Kunden bleiben offenbar nach dem 3. Lockdown weg. Im Online-Shop aber können Nutzer aus ganz Deutschland reduzierte Lebensmittel bestellen oder ein Liefer-Abo abschließen.

Modpools: Swimmingpools aus Containern

Dass Schiffscontainer zum Tiny House umgebaut oder zu zusammenhängenden Wohnblocks aufgestapelt werden, ist nichts Neues. Doch was lässt sich daraus sonst noch machen?

Die Firma Modpools aus Vancouver, Kanada, nutzt Schiffscontainer als Basis für ihre Swimmingpools. Der Gründer Paul Rathman greift dabei auf Container zurück, die nur ein einziges Mal für den Transport gebraucht wurden und danach keine weitere Aufgabe erfüllen müssen. Angefangen hat die Firma damit, die Container zu Wohn- und Bürocontainern umzubauen. Die Pool-Idee kam erst später dazu. Wer Interesse an einem Container-Pool hat, kann diesen online selbst designen. Ab 26.000 USD aufwärts sind die Swimming-Pools zu haben, bislang jedoch nur in den USA und in Kanada.

Nomoo: Veganes Eis

Diese Geschäftsidee stammt von zwei Studierenden aus Köln, die eine Alternative zu Milcheis entwickeln wollten. Den Anstoß gab eine Netflix Dokumentation über die klimatischen Auswirkungen, die der Konsum von tierischen Lebensmitteln hat. Während die meisten Zuschauer durch den Filmen zum Nachdenken angeregt wurden, löste er bei den Gründern Jan Grabow und Rebecca Göckel einen Denkprozess aus. Eine der Kernaussagen, die der Film in ihm verankert hatte, war, dass der Agrarsektor mehr CO₂-Emissionen verursacht als der gesamte Transport- und Verkehrssektor. In der Konsequenz heißt das, dass wir den CO2-Ausstoß senken könnten, wenn wir weniger tierische Produkte konsumieren würden.

Die beiden Studierenden entschieden sich für ein Produkt, zu dem es noch relativ wenig vegane Alternativen gab und bis heute gibt: Eis. Aus Mandelpüree und Kokosmilch entsteht ein klimapositives und veganes Eis namens Nomoo. Zunächst startete der Straßenverkauf, später konnten sie gastronomische Betriebe von ihrem Eis überzeugen und inzwischen sind sie in vielen Supermärkten im Sortiment. Falls du dich fragst, wie Rebecca und Jan zu dem Namen kamen, hier die Antwort. Es ist eine Wortspielerei: No Moo (Muuuh)…. vielleicht kommst du ja selbst darauf?

Heliatek: Organische Solarzellen

Auf den ersten Blick sind Solarzellen umweltfreundlich, weil sie Strom ohne direkte Emissionen erzeugen. Allerdings drängt sich die Frage auf, wie viel Energie für die Produktion der Solarzellen aufgewendet und wie viel CO₂ dabei ausgestoßen wird. Die Firma Heliatek mit Sitz in Dresden bezeichnet ihre Solarzellen als grünste Solarzellen auf dem Markt. Gemeint ist, dass die Firma wenig Material sowie effiziente Herstellungsprozesse nutzt. Sie verzichten weitestgehend auf giftige und schädliche Materialien. Dass die grüne Solarzelle erst jetzt auf den Markt kommt, liegt daran, dass die Firma mit den Ergebnissen ihrer Entwicklungen noch nicht zufrieden war. Dann kam die Corona-Krise, die den Markteintritt weiter ausgebremst hat. Nun aber stehen die Maschinen bereit und die Produktion kann starten. Das Ergebnis ist eine Folie, die halb so viel Leistung bieten wie herkömmliche Siliziumzellen. Das klingt wenig, ist aber in Anbetracht der reduzierten Materialverwendung eine gute Leistung.

Die organische Solarzelle ist zwar die grünste Solarzelle, kommt aber dennoch nicht ohne Chemie und Kunststoffe aus. Im Vergleich zu den konventionellen Solarzellen aber wird kein giftiges Silizium verwendet, sondern Kohlenstoffverbindungen. Die Solarfolie ist 2 mm dick und lässt sich auf zahlreiche verschiedene Flächen aufkleben. Auf Fassaden und sehr schräge Flächen, auf alte Dächer und Materialien, die die schweren Silizium-Solarzellen nicht halten würden. Das Potenzial für diese Produktentwicklung ist groß.

Deine Geschäftsidee zu einem funktionierenden Konzept ausbauen

Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst eine Geschäftsidee in ein funktionierendes Konzept zu verwandeln und dabei Unterstützung benötigst, haben wir verschiedene Vorschläge für dich. Du kannst eine Master Class bei der Stiftung Entrepreneurship besuchen. Du könntest aber auch ein 1 : 1 Coaching über die Komponente “Prüfe dein Konzept“ nutzen und dort dein Entrepreneurial Design auf Tauglichkeit checken lassen.

Welchen Weg du auch einschlägst, wir wünschen dir ganz viel Erfolg!

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