Die eigenen Grenzen abstecken

Ein Machtwort ist immer dann nötig, wenn bestimmte Grenzen überschritten werden. Wo die Grenzen verlaufen, ist von Firma zu Firma und von ChefIn zu ChefIn unterschiedlich. Um zu erkennen, wann eine Grenze überschritten wird, musst du diese definieren. Zu unterscheiden sind dabei sachliche und persönliche Grenzen. Das Gute an persönlichen Grenzen ist, dass du sie selbst aktiv verschieben kannst, indem du an dir arbeitest.

Um eine Firma umsichtig zu führen, ist die Führung der eigenen Person unverzichtbar. Du musst belastbar genug sein, um auch durch stressige Zeiten zu kommen. Dazu haben sich ganz bestimmte Eigenschaften als besonders hilfreich herauskristallisiert. Wer diese Eigenschaften weiterentwickelt, wächst persönlich und reift mit der Zeit zu einer starken, selbstbewussten und vertrauenswürdigen ChefIn heran, der MitarbeiterInnen gerne folgen.

Zu den wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft gehören unter anderem Geduld, emotionale Intelligenz und Konstruktivität. Abhängig davon, wie deine eigenen Fähigkeiten auf den einzelnen Gebieten sind (also, wo deine persönlichen Red Lines verlaufen), wäre dein Machtwort früher oder später fällig. An dieser Stelle verteidigst du mit einem Machtwort deine persönlichen Grenzen, die dich davor bewahren, dich bis zur Erschöpfung auszupowern. Klingt umständlich? Die folgenden Beispiele bringen Klärung

Resilienz und Geduld: Wann platzt dir der Kragen?

Als ChefIn wird es früher oder später zu einer konfliktbeladenen Situation kommen. Ist deine Resilienz gut ausgeprägt, dann bist du in der Lage, mit solchen Spannungen umzugehen und sie als Basis für deine persönliche Weiterentwicklung zu verwenden. Eine gut entwickelte Resilienz bedeutet eine starke psychische Widerstandskraft. Sie ist der Schlüssel, um schwierige Situationen erfolgreich zu bewältigen und aus ihnen sogar positive Erkenntnisse zu ziehen. Das wiederum wirkt sich beruhigend auf die Mitarbeitenden aus.

Beziehst du Mitarbeitende in die Konfliktlösung mit ein, verwandelst du die negative Energie von Konflikten in positive Konstruktivität innerhalb des Teams. Der Druck wird zur treibenden Kraft, der Zwang führt zur Entwicklung neuer Ziele. Ein unverzichtbarer Partner von wachsender Resilienz ist eine ausgeprägte Geduld. Geduld ist nötig, weil Konflikte sich häufig über längere Phasen hinziehen. Du darfst die Flinte nicht vorzeitig ins Korn werfen! Außerdem hilft dir eine ausgeprägte Geduld dabei, wesentliche Entscheidungen in Ruhe zu überdenken, statt sie überstürzt zu treffen.

Wann solltest du ein Machtwort sprechen?

Behalte die Gesamtsituation im Blick und das große Ganze im Auge, dann fallen dir destruktive Aktionen innerhalb des Teams auf. Fangen Mitarbeiterinnen an, konstruktive Prozesse zu untergraben, negative Energie zu schüren oder Konflikte breit zu treten, solltest du eingreifen - und ein Machtwort sprechen. Die Dynamik, die sich in konfliktbeladen Situationen wiederfindet, soll schließlich aufgenommen und ins Positive verkehrt werden. Aktivitäten, die diesen lösungsorientierten Prozessen zuwiderlaufen, geben Anlass, den Chef/die Chefin raushängen zu lassen. Denn würdest du nichts tun, könnten negative Aktionen im schlimmsten Fall Probleme nach sich ziehen, die unter ungünstigen Umständen richtig teuer werden: verminderte Produktivität, erhöhte Krankenstände, sinkende Umsätze. 

Emotionale Intelligenz: Wie viel hältst du aus?

Die idealen ChefInnen verfügen über ein hohes Maß emotionaler Intelligenz. Dies hilft ihnen, ein Team kommunikativ zu führen und auch als Coach aufzutreten. Emotionale Intelligenz kannst du auch aufbauen, wenn du an dir arbeitest. Eine gute Möglichkeit, persönliche emotionale Intelligenz zu trainieren, ist, in Gesprächen aktiv zuzuhören, statt selbst zu sprechen. Übe dich in Mitgefühl und Verständnis. Der Zugang gelingt dir am besten, wenn du dich bemühst herauszufinden, welche Gründe Mitarbeitende zu einem bestimmten Verhalten bringen. Übe dich darin, Gespräche als aktiver Zuhörer zu führen, dann wächst deine emotionale Intelligenz stetig. 

Wann solltest du ein Machtwort sprechen?

Ein empathisches Gespräch mit Mitarbeitenden zu führen ist das eine, sich regelmäßig Gejammer anzuhören ist das andere. Empathische Gespräche dienen unter anderem dazu, die Mitarbeitenden zu unterstützen. Du stehst ihnen als GesprächspartnerIn zur Verfügung und hilfst dabei, individuelle Probleme zu lösen. Es gibt mitunter auch Mitarbeitende, die es genießen, wenn sie deine volle Aufmerksamkeit bekommen. Ihnen geht es nicht um ein intensives, helfendes Gespräch. Man könnte auch sagen, manche jammern um des Jammerns willen und stehlen dir dabei die Zeit. Es ist an dir, den feinen Unterschied zwischen Hilfesuchenden und Zeitdieben zu erkennen und dann bewusst die Grenze aufzuzeigen. Dein unmissverständliches Machtwort ist in einem klärenden Vieraugen-Gespräch am besten platziert.

Transparente Kommunikation

Klartext zu sprechen schadet nicht, denn transparente Entscheidungen zu treffen, ist ein wirkungsvolles Führungsmittel. Mitarbeitende haben dann die Möglichkeit zu überprüfen, ob du zu deinem Wort stehst. Das bildet Vertrauen, die wesentliche Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Transparente Entscheidungen zu treffen bedeutet, dass du die Gründe offenlegst und auch erklärst, welche Absicht du mit einer Entscheidung verfolgst. Außerdem lässt sich daran messen, ob du deinen Ankündigungen und Versprechen auch Taten folgen lässt. Transparente Kommunikation nimmt dich auf der einen Seite stark in die Pflicht. Auf der anderen Seite unterbindest du damit Gerüchte und zeigst deine Zuverlässigkeit. Mitarbeitende haben die Sicherheit, dass sie nicht von unerwarteten Entwicklungen und schlechten Nachrichten überrascht werden.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen du Versprechen nicht halten kannst oder aber eine zuvor getroffene Entscheidung zurücknehmen musst. Im Bereich der transparenten Kommunikation ist es schwierig, ein Machtwort zu sprechen, ohne das grundlegende Vertrauen der Mitarbeitenden zu erschüttern. Ein Versprechen ist ein Versprechen. Brichst du es, solltest du die Situation erklären und dabei konsequent Transparenz walten lassen. 

ChefInnen sind auch nur Menschen

Jeder macht Fehler, allerdings fallen sie bei denjenigen stärker auf, die in einer exponierten Position stehen. ChefInnen werden permanent von Mitarbeitenden beobachtet, mal mehr und mal weniger intensiv. Doch generell werden sie nicht aus den Augen gelassen. Fehler fallen zwangsläufig auf, besonders dann, wenn Transparenz zu den Gepflogenheiten gehört. 

Fehler sind menschlich. Sie passieren auch verantwortungsbewussten, kommunikativen, flexiblen und motivierten ChefInnen. Du darfst Fehler machen. Steh dazu und erkläre dich. Das ist eine Form von Stärke, die die vertrauensvolle Basis zwischen dir und deinem Team stärkt. In Anknüpfung daran lassen sich zwei weitere Führungsqualitäten entwickeln, nämlich die Entscheidungsfähigkeit - auch in schwierigen Zeiten - und das Problemlösungsverhalten. Und genau da schließt sich der Kreis und wir schlagen eine Brücke zurück zur Resilienz:

Behalte als ChefIn stets das große Ganze im Blick und lass dich von den vielen kleinen Stolperfallen im Geschäftsalltag nicht zu Fall bringen. Stattdessen setzen starke Leader auf die geballte WoMan-Power des Teams und führen es im Rahmen von transparenten Leitlinien, die bei Bedarf durch ein gezieltes und bewusstes Machtwort in Erinnerung gerufen werden.

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