Vor dem Erfolg kommt die Arbeit

Nichts kommt aus dem Nichts. Wenn du unseren Blog aufmerksam verfolgst wird dir aufgefallen sein, dass wir immer wieder darauf verweisen, dass ein Geschäftskonzept getestet, verbessert, erneut getestet und erneut optimiert werden muss, bis es zu einem funktionierenden Geschäftsmodell wird. Der Weg zur Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle ist ein Stück weit damit vergleichbar. Die folgenden Fragen beleuchten die Aspekte und Arbeitsschritte, die typisch bei der Entwicklung von tragfähigen und erfolgversprechenden Geschäftsmodellen sind:

  1. Wer ist dein Zielkunde?
  2. Welches Problem löst du und wie ist die Zahlungsbereitschaft dafür?
  3. Wie ist die profitable Lösung für das Zielkundenproblem im Rahmen der Zahlungsbereitschaft?
  4. Über welche Distributionskanäle wird die Lösung vertrieben?
  5. Welches Erlösmodell passt zum Kundensegment und zum Produkt?
  6. Welche wesentlichen Kernaktivitäten sind für einen schnellen, skalierbaren und erfolgreichen Betrieb erforderlich und wie müssen sie gestaltet sein?
  7. Welche Ressourcen sind für die Kernaktivitäten nötig?
  8. Mit welchen Partnern entlang der Wertschöpfungskette lässt sich die Geschäftsidee umsetzen?

Damit aus einer Geschäftsidee ein disruptives Geschäftsmodell wird, ist es unvermeidlich, deine „Hausaufgaben“ aufmerksam und ordentlich machen. Hier einige kurze Beispiele, die dir den Kern von digitalen disruptiven Geschäftsideen näherbringen sollen:

  • Alibaba ist der größte Einzelhändler der Welt - ohne eigene Waren.
  • UBER ist das größte Taxiunternehmen der Welt - ohne eigene Fahrzeuge.
  • airbnb ist die größte Plattform für Übernachtungen - ohne eigene Immobilien.
  • facebook ist ein riesiges Medienunternehmen - ohne eigene Inhalte.

Welchem Problem kannst du eine neue Lösung bieten?

Mithilfe moderner Technologien werden Ressourcen erschlossen und vorhandene Bausteine ganz neu miteinander kombiniert. Das Ergebnis ist ein neues digitales Geschäftsmodell, das sich jenseits der bekannten Branchenwelten bewegt und enorm erfolgreich werden kann. Alibaba und andere Firmen machen es vor.

Meistens sind die disruptiven Geschäftsmodelle nicht vollkommen neu. Es geht um die neuartige Kombination und die intelligente Vernetzung vorhandener Ressourcen. Bei der Entwicklung einer neuen Geschäftsidee muss das Rad auch tatsächlich nicht von Grund auf neu erfunden werden. Du kannst Ideen recyceln, indem du zum Beispiel erfolgreiche Geschäftsmodelle wie die von UBER, Alibaba & Co. in anderen Branchen einsetzt. Zudem lassen sich verschiedene funktionierende Geschäftsmodelle miteinander kombinieren und an eine andere Branche adaptieren.

Die Digitalisierung, die als Schlüsseltrend in den bislang genannten Beispielen die Hauptrolle spielt, ist nur ein Einflussbereich, der destruktive Geschäftsmodelle hervorbringen kann. Schlüsseltrends wie Kultur und Soziökonomie, Marktkräfte wie Bedürfnisse und Nachfrage, makroökonomische Kräfte wie Kapitalmärkte und ökonomische Infrastrukturen oder Industriekräfte wie Wettbewerber und Wertschöpfungsstufen sind Wirkungsbereiche, die du dir ebenfalls zunutze machen kannst.

Um es mit den Worten der amerikanischen Entrepreneure zu sagen: „Disrupt or be disrupted.“

3 disruptive Geschäftsmodelle, die du als Blaupause nutzen könntest

Die folgenden 3 Geschäftsmodelle stellen eine Auswahl denkbarer Ansatzpunkte dar. Wir haben sie ausgewählt, weil sie in zahlreichen Märkten maßgeblich dazu beigetragen haben, alte Strukturen aufzubrechen und neue zu etablieren.

1.     Freemium Geschäftsmodell

Beim Premium Modell bekommen Kunden eine Leistung gratis. Die Leistung bietet nur grundlegende Funktionen an. Für Leistungserweiterungen oder die Abschaltung von Werbung ist der Kauf der Premiumfunktion erforderlich.


Beispiel: Spotify bietet Zugriff auf Millionen von Songs. Das Geschäftsmodell macht den Kauf von eigenen Tonträgern überflüssig. Im Freemium Modell können Nutzer im eingeschränkten Maße Songs hören und werden alle 30 Minuten von Werbung unterbrochen. Im kostenpflichtigen Abo haben sie vollumfänglichen und werbefreien Zugriff auf interessante Zusatzfunktionen.

2.     Free Geschäftsmodell

Dieses Geschäftsmodell ist für viele am schwierigsten zu verstehen, es hat allerdings sehr viel Potenzial. Im Free Geschäftsmodell nutzen Kunden komplett kostenfrei attraktive Leistungen. Sie bezahlen in anderer Währung, nämlich in der Regel mit ihren Daten. Diese werden zu Werbezwecken verkauft. Persönliche Daten sind vor dem Hintergrund der Digitalisierung eine harte Währung.

Beispiel: Facebook dient als soziales Netzwerk und bietet Nutzern vielfältige Kontakt- und Kommunikationswege an. Die Aktivitätsdaten von Nutzern werden zu Werbezwecken benutzt. User erhalten zum Beispiel maßgeschneiderte Werbung eingeblendet (Stichwort Targeting).

3.     Sharing Economy – Access over Ownership

Sharing Economy meint in erster Linie die klassische Vermietung von Gütern und Leistungen, die normalerweise verkauft werden. Nutzer bezahlen für einen gewissen Nutzungszeitraum. Ein typisches Beispiel ist Carsharing. Generell ist das Sharing-Economy-Geschäftsmodell auf nahezu alle Produkte anwendbar und es spielt auch keine Rolle, ob private Endverbraucher oder Firmen zur Zielgruppe gehören. Auch hier ist das Potenzial groß.

Beispiel: airbnb ist eine Plattform, auf der Privatpersonen Unterkünfte zur Miete anbieten können. Ferienwohnungen und Zimmervermietung ist zwar nichts neues, aber die Überlassung von privat genutztem Wohnraum schon. In Deutschland hat der Fiskus inzwischen die Macht der Plattform erkannt und einen steuerlichen Riegel vorgeschoben. Dennoch ist das Geschäftsmodell nach wie vor auf Erfolgskurs und gräbt klassischen Hotels und Pensionen das Wasser ab.

Technologien als Motor für Disruption

Technologien sind ideale Motoren für disruptive Geschäftsideen. Sie verändern die Welt und werden sich in naher und ferner Zukunft nicht davon abbringen lassen. Klassische Geschäftsmodelle werden immer häufiger von neuen Ideen abgelöst. Die drei oben genannten Trends sind Beispiele, die die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigen sollen. Vielleicht inspirieren sie dich dazu eine Idee zu entwickeln, wie du mit deinem eigenen Wissen und der Kombination bekannter Tools und Bausteine ein neues Geschäftsfeld aufbauen kannst, um in einer Branche tonangebend mitzumischen.

Frische Ideen in etablierte Unternehmen holen

Falls du schon mittendrin steckst in deinem Geschäft und profitable Umsätze generiert ist, ist es nicht so leicht, disruptiv zu denken und zu handeln. Allerdings bist du nicht alleine mit dem Problem, dass sich aufgrund funktionierender Umsätze und profitabler Strukturen eine Art Betriebsblindheit entwickelt hat. Wenn du trotzdem frische Ideen und neue Denkanstöße in dein Geschäftskonzept integrieren willst, haben wir fünf Tipps für dich:

  1. Suche eine oder mehrere Querdenker, die hochgradigen business-affin sind und lade sie in die Firma ein.
  2. Lass dich einen ganzen Tag – oder länger - auf neue Gedankenwelten ein. Vergiss die bisher geltenden Regeln in deinem Geschäft und hör dir die Ideen und Konzeptentwürfe der Querdenker an.
  3. Befreie dich von deiner Betriebsblindheit und vergiss dein aktuelles Geschäftsmodell. Denke und handle so, wie Digital Natives es tun würden.
  4. Greifen die drei besten Ideen heraus und lass sie einige Tage oder Wochen auf dich wirken. Dazu kannst du die TOP 3 in deinem Büro an die Wand hängen, um sie täglich zu sehen.
  5. Wäge ab und vermeide Aktionismus. Die Ideen werden mit der Zeit an Gewicht und Bedeutung gewinnen oder verlieren. Es liegt an dir, die darin liegenden Chancen zu erkennen, eine der Ideen zu einem Geschäftsmodell zu entwickeln oder entwickeln zu lassen und sie (in einem Nischenmarkt) zu testen.

Fazit: Disruptive Ideen sind das Salz in der Business-Suppe

Disruptive Ideen gehören in die Wirtschaft, sie sind unvermeidlich und nützlich. Sie sorgen dafür, dass wir national und international konkurrenzfähig bleiben. Die Kraft, die in einer intelligenten Innovation liegt, ist enorm und kann eine Branche erdbebenartig erschüttern.

Suchst du einen Sparringspartner, der dich bei der Ausarbeitung  deiner Geschäftsidee begleitet, mit dir über Stärken und Schwächen des Konzepts spricht oder neue Blickwinkel vorschlägt? Dann könnte die Komponente „Prüfe dein Konzept“ genau richtig für dich sein.

Wir wünschen dir viel Erfolg mit deinem Business!

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