Die Abgrenzung von Non Profit, Social Business und profitorientierte Unternehmen

Um ein Social Business von einem Non-Profit und von einem profitorientierten Unternehmen abzugrenzen, dient die folgende Unterscheidung:

Profitorientierte Unternehmen

In der Gruppe der profitorientierten Unternehmen befinden sich die allermeisten Firmen am Markt. Hier sind auch Solo-Selbstständige und Gewerbebetriebe aller Art zu finden. Im Fokus steht die Maximierung des Profits, der im Optimalfall weit über die Kosten des laufenden Betriebs hinausgeht. Die Gewinnerzielungsabsicht ist vorrangiges Ziel. Gewinne werden nicht zwingend in das Unternehmen investiert, sondern abgeschöpft. Als Geschäftszweck findet sich buchstäblich alles, was sich irgendwie zu Geld machen lässt.

Non-Profit Organisation

Eine Non-Profit Organisation (NPO) hat keine Gewinnerzielungsabsicht. Das NPO Hat sich einen gesellschaftlich sinnvollen, gemeinnützigen, sozialen, ökologischen oder mildtätigen Zweck zur Aufgabe gemacht und dies in der Satzung festgeschrieben. Typische Tätigkeitsfelder liegen etwa im Kultur- und Erholungsbereich, in der Bildung und Erziehung, Gesundheits- und Katastrophenhilfe, Entwicklungshilfe oder Sozialwesen. NPOs arbeiten oft mit ehrenamtlichen Kräften und Freiwilligen.

NPOs verkaufen nichts und stellen nichts regelmäßig mit Gewinnerzielungsabsicht her. Um die satzungsmäßigen Zwecke verfolgen zu können, sind in der Regel fortlaufend Spenden nötig. Sofern sich aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben Gewinne ergeben, werden diese satzungsgemäß verwendet und nicht etwa an Mitglieder oder Eigentümer ausgeschüttet. 

Social Business

Social Businesses verfolgen etwa soziale oder ökologische Ziele und knüpfen daran eine Bedingung: Die Kosten müssen durch die Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Gewinne verbleiben in Unternehmen, um die Zielerreichung weiter voranzutreiben.

Im Kern des Social Business steckt eine Geschäftsidee, die für das Gemeinwohl steht und zur Lösung von gesellschaftlichen, sozialen oder Umweltproblemen beitragen will. 

In Social Businesses finden sich überdurchschnittlich viele Personen, die aus einem inneren Antrieb heraus gründen. Im Vergleich zu profitorientierten Unternehmen finden im Bereich Social Business mehr Teamgründungen statt. Da Social Businesses einen Zweck verfolgen, der viele Menschen berührt, fällt es leichter Kunden zu gewinnen und ein solides Geschäftsmodell zu etablieren.

Beispiel für ein Social Business: Viva con Agua

Viva con Agua hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen auf der ganzen Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygiene zu geben. Das Unternehmen versucht dabei mit verschiedenen öffentlichen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Es nutzt dazu Musik, Sport und Kunst. Viva con Agua unterstützt zudem Projekte, die sich der Idee verschrieben haben, Wasser für alle zugänglich zu machen. Micha Fritz ist einer der Gründer der international operierenden Organisation. Er resümiert nach 15 Jahren Social Business seine 3 Regeln, die sich im Laufe der Jahre für ihn als wichtig erwiesen haben.

  1. Steh auf und mach weiter

Im Theaterstück von Samuel Beckett fällt das geflügelte Wort: “Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.” Frei übersetzt bedeutet dies soviel wie “ Wenn du hinfällst, lerne daraus, stehe schlauer auf und mache bis zum nächsten Sturz weiter. 

Stürzen gehört zum Geschäft, Rückschläge gibt es immer wieder. Aus Rückschlägen lässt sich lernen, denn daraus entstehen praktikable Lösungen, die zu einem funktionierenden Social Business führen. Wir sind zwar überzeugt, dass sich schwerwiegende Fehler bereits im Vorfeld durch ein sorgfältig erarbeitetes Geschäftskonzept vermeiden lassen, doch in der weiteren Entwicklung deines Business kann es natürlich zu unerwarteten Wendungen und Entwicklungen kommen, die nicht vorhersehbar sind. Eine wichtige Regel für (Social) Entrepreneure lautet also: Hinfallen, lernen, aufstehen, schlauer weitermachen.

  1. Sorge dafür, dass es dir Spaß macht

Vielleicht hast du schon einmal die Erfahrung im ehrenamtlichen Engagement gemacht, dass du am Ball bleibst, wenn dir das Thema des Ehrenamts Spaß macht. Genauso ist es beim (Social) Business:  

Wenn du dich für ein Social Business entscheidest und von deiner Idee absolut überzeugt und begeistert bist, dann versorgst du dich automatisch permanent mit Energie, die du brauchst, um dein Business weiterzuführen. 

Bei Viva con Agua Steht die Idee im Fokus, Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Das fühlt sich grundsätzlich gut an und die Aktionen, die zur Zielerreichung durchgeführt werden, sind ebenfalls voller Freude und Spaß. Die Firma veranstaltet Sportevents, unterhält mit Musik und Kunst mit Bezügen zur Hip Hop Kultur und tut genau das, was ihnen Spaß macht. Die Idee dahinter ist, dass sie mit ihrem positiven Konzept, das “All Profit” genannt wird, Interessenten auf sich aufmerksam machen, die sich in dieser positiven Umgebung wohlfühlen. Mithilfe der Kunst-, Musik- und Sportveranstaltungen gelingt der Zugang zu potenziellen Unterstützern viel besser, weil in einem solchen Rahmen über die Idee “Wasser für alle” überzeugend gesprochen werden kann. Micha Fritz hat der Erfahrung gemacht, dass sich auf diesem Weg Menschen leicht dazu animieren lassen, die Viva-con-Agua-Aktivitäten zu unterstützen.

  1. Mache es für dich

Applaus ist schön, sollte aber nicht die Triebfeder eines Social Business sein. Stattdessen geht es um etwas ganz anderes. In einem Social Business gibt es zwei Komponenten. Neben der unterstützenswerten Absicht, die das Business hat, geht es auch ums Geschäft. Zwar ist der Applaus der Dank eines jeden Künstlers, reicht aber nicht aus, um die Miete zu bezahlen und schon gar nicht, um dauerhaft am Ball zu bleiben. Vielleicht kennst du die Katastrophen-Regel aus dem Flugzeug oder Schiff, die besagt, dass man zuerst sich selbst helfen musst, bevor man anderen helfen kann. Übertragen auf dein Business bedeutet das:

Du musst fit, belastbar, voller Energie und Tatendrang sein, um dein Social Business nach vorne zu bringen. Falls du nicht gesund und munter bist, kannst du auch nicht dafür sorgen, dass dein Business gut läuft. Achte auf dich und natürlich auf dein Team und behalte stets deine eigenen Werte und das große übergeordnete Ziel im Auge. Dankbarkeit und Applaus sind nur Begleiterscheinungen, nicht die Hauptsache 

Tu es für dich, hab Spaß und lerne ständig dazu

Wenn du ein Social Business so aufziehst, das es dir rundum Spaß macht, sorgst du langfristig für die nötige Energie, die du benötigst. Du eröffnest dir mit deinem eigenen Social Business die Möglichkeit, die Arbeit ganz individuell zu gestalten. Freude an der Arbeit, positive Selbstbestimmung und sprudelnde Energiequellen sind drei Aspekte, die für jeden Unternehmer langfristig besonders wertvoll sind. Denn ein Social Business ist kein Kurzstreckenlauf, sondern ein Marathon.

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