Nachhaltigkeit ist ein Wachstumsmarkt

Tatsächlich gehören 46 % der neu gegründeten Startups zur Green Economy und verfolgen das Ziel, ökologische und soziale Nachhaltigkeit miteinander in Einklang zu bringen. Es gibt viele interessante Geschäftsmodelle, die auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Wir stellen dir jetzt eine Auswahl spannender Startups aus Mexiko City, London, Amsterdam und Berlin vor.

KAVAK: Gebrauchte Autos statt Neuwagen

Das Unternehmen Kavak wurde im Jahr 2016 in Mexiko von Carlos García Ottati und Loreanne García gegründet und hat seinen Hauptsitz in Mexico City. Kavak ist ein Online-Marktplatz für den Kauf und Verkauf von gebrauchten Autos. Die Plattform hat ihren Betrieb schnell auf Lateinamerika und Europa ausgeweitet und ist zu einem der größten Online-Automärkte in der Region geworden. Gebraucht statt neu ist sicherlich ein zentraler Ansatz im Bereich Nachhaltigkeit.

Circulator: Mit Blockchain-Technologie Transparenz erhöhen.

Circulor ist ein Unternehmen, das Blockchain-Technologie nutzt, um die Nachhaltigkeit von Lieferketten zu verbessern. Das Unternehmen wurde 2017 in Großbritannien von Doug Johnson-Poensgen gegründet und hat seinen Hauptsitz in London. 

Circulor hilft unter anderem dabei, Lieferketten transparenter und nachhaltiger zu gestalten, indem es Informationen über die Herkunft und den Verbleib von Produkten sammelt und auf einer sicheren Blockchain-Plattform speichert. Das klingt jetzt komplizierter als es ist. Ein Beispiel dafür, wie Circulor arbeitet, ist etwa die Zusammenarbeit mit dem britischen Autohersteller Bentley Motors. Circulor hilft Bentley dabei, den Ursprung der Materialien in seinen Fahrzeugen zu verfolgen. So kann der Hersteller nachweisen, dass die eingesetzten Materialien aus ethisch und ökologisch verantwortungsvollen Quellen stammen. Letztlich dient Circulator dazu, dass Unternehmen die Nachhaltigkeit von Lieferketten verbessern können. 

Daneben lässt sich mit der innovativen Blockchain-Technologie auch der CO2-Abdruck einer Lieferkette feststellen. Dies kann dann Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen sein. 

Fairphone: Nachhaltige Smartphones, die lange halten

Fairphone, ein Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, Niederlande, hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Smartphones herzustellen. Bas van Abel, Tessa Wernink und Mquel Ballester gründeten das Unternehmen bereits im Jahr 2013. Fairphone setzt auf ethisch korrekte Produktionspraktiken, die Umweltbelastung minimieren und die Lebensdauer ihrer Produkte verlängern. Durch die Zusammenarbeit mit Zulieferern verbessert Fairphone Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in der Lieferkette. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Smartphones konzentriert, die länger halten und somit weniger oft ersetzt werden müssen.

Ecoligo: Energiewende in Afrika mit Crowdfunding fördern

Ecoligo ist ein Unternehmen, das im Jahr 2016 von Markus Schwaninger und Martin Baart in Berlin gegründet wurde. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Energiewende in Schwellenländern wie Afrika voranzutreiben. Zu diesem Zweck bietet die Firma eine Solar-as-a-Service-Lösung an, bei der Unternehmen Solaranlagen mieten können, um ihre Energiekosten zu senken und ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Die Finanzierung der Solaranlagen wird über eine Crowdfunding-Plattform bereitgestellt, die es privaten Investoren ermöglicht, in nachhaltige Energieprojekte zu investieren.

Ecoligo hat seit seiner Gründung bereits nennenswerte Erfolge erzielt. Das Unternehmen hat mehr als 30 Solaranlagen in Schwellenländern wie Ghana, Kenia und Costa Rica installiert und damit dazu beigetragen, den CO2-Ausstoß um mehr als 10.000 Tonnen pro Jahr zu reduzieren - so ist es aus Pressemitteilungen und Unternehmensangabe zu erfahren. Darüber hinaus hat Ecoligo über 6 Millionen Euro an Investitionen gesammelt und wurde für seine innovative Lösung mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Energy Globe Award und der Berlin Energy Transition Dialogue Award.

Infarm: Gemüse vertikal anbauen

Infarm ist ein Unternehmen mit Sitz in Berlin. Osnat Michaeli und die Brüder Erez und Guy Galonska gründeten das Unternehmen ebenfalls bereits im Jahr 2013. Infarm hat sich auf den Bau von vertikalen Farmen spezialisiert und nutzt dabei innovative Technologien wie IoT, Datenanalyse und künstliche Intelligenz, um das Wachstum von frischem Gemüse zu optimieren. Der Anbau von Gemüse in vertikalen Farmen reduziert Nahrungsmitteltransporte und trägt zur Verringerung von CO2-Emissionen bei. Vielleicht hast du die Infarm-Pflanzenschränke bereits in einem Supermarkt irgendwo in Deutschland gesehen. In den Schränken werden Salate und Kräuter unter optimalen Bedingungen gezogen und dann frisch verkauft. 

Nachhaltigkeit: deutsche Firmen haben Vorteile und können gleichzeitig weiter dazulernen

Deutsche Unternehmen und Start-ups im Bereich Nachhaltigkeit haben international gesehen den Vorteil, dass Deutschland als Vorreiter im Bereich erneuerbarer Energien und Umweltschutz gilt. Es gibt eine starke politische Unterstützung für Nachhaltigkeit und Unternehmen profitieren von Förderprogrammen und Anreizen für umweltfreundliche Geschäftspraktiken. Inwieweit finanzielle Anreize wirklich sinnvoll oder unsinnig sind und ob sie in der vorliegenden Form wirklich zur Zielerreichung beitragen, darüber lässt sich natürlich streiten. Deutsche Unternehmen können durch die bestehenden politischen Wege und Verknüpfungen von der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Gemeinden profitieren. So lassen sich Entwicklungen gezielter an die Bedürfnisse der Kommunen und der darin lebenden Bürger anpassen. 

Von internationalen Firmen können die deutschen Unternehmen trotzdem noch etwas lernen. Ein wesentlicher Aspekt, den viele Firmen im Ausland aktiv leben, ist die Flexibilität. Man kann zwar nicht pauschal sagen, dass mexikanische, britische oder niederländische Unternehmen generell flexibler sind als deutsche Firmen, doch kann es nicht schaden, die eigenen Strukturen und Prozesse gelegentlich auf den Prüfstand zu stellen und anzupassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.  Doch dieser Rat gilt natürlich nicht nur für Startups und Unternehmen aus der Nachhaltigkeitsbranche, sondern für alle. 

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Kirsten Kohlhaw ist langjährige Kooperationspartnerin des Komponentenportals. Sie ist Mentorin und Coachin, sie arbeitet mit zwanzigjährigen Studierenden und Erstgründern, mit Angestellten, Selbstständigen und UnternehmerInnen. Ihre Kunden sind zwischen 20 und 60 Jahre jung. Was sie alle eint: Der Wunsch nach einer sinnstiftenden Existenz und der Drang, Problemlösungen selber anzupacken. Ökonomie anders zu leben. In den letzten Jahren hat sich Kirstens Erfahrungsschatz enorm erweitert. Wie sie arbeitet und warum sie davon überzeugt ist, dass Krisenzeiten spannende Chancen bieten, hat sie uns im Interview erzählt.

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