Onlineshopping produziert Müllberge

Die stetig wachsende Zahl der Onlineeinkäufe ist zwar auf der einen Seite positiv für diejenigen, die einen Onlineshop betreiben. Auf der anderen Seite aber nimmt die Umwelt Schaden. Jede Bestellung verursacht Verpackungsmüll und jeder Transportkilometer ist mit schädlichen Klimagasen verknüpft. Insbesondere bei Bestellungen, die von weit herkommen – zum Beispiel aus Asien oder Amerika –  oder die du selbst auf eine weite Reise schickst, ist der CO2-Ausstoß exorbitant.

Eine Begleiterscheinung des Megatrends der Nachhaltigkeit ist, dass Kunden sehr genau hinsehen, wenn sie online einkaufen. Sie suchen aktiv nach Möglichkeiten, nachhaltig zu shoppen. Folgende Tipps können dabei helfen, den CO2 Ausstoß zu reduzieren.

1.Lokal shoppen

Kunden schauen immer häufiger zuerst bei Onlineshops in ihrer eigenen Stadt vorbei, bevor sie ein Produkt aus einem weiter entfernt liegenden Geschäft oder gar aus dem Ausland bestellen. Shoppingtouren bei Wish oder eine Lieferantenbeziehung zu Alibaba sind vor diesem Hintergrund kritisch zu betrachten.  Für dich bedeutet die neue Lust am nachhaltigen Shoppen, dass es sinnvoll ist, mit deinem Online-Angebot lokal sichtbar zu werden. Gleichzeitig solltest du dir überlegen, wie du den Versand in deiner eigenen Stadt organisieren kannst. Besteht die Möglichkeit per Lastenfahrrad auszuliefern oder ein Elektrofahrzeug einzusetzen? Je weniger Umweltbelastung die Lieferung verursacht, desto besser. In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein mit Kunden feste Liefertermine abzusprechen, damit die Lieferanten nicht umsonst vor der Tür stehen und möglicherweise klimaschädlich erneut anfahren müssen.

2.Paketdienst prüfen

Die Nachhaltigkeitsplattform www.utopia.de hat Paketdienste hinsichtlich ihrer Umweltbilanz überprüft. Ein Paket ohne Retouren verursacht zwischen 277 und 800 g CO2. Wenn du von einem Durchschnittswert von 500 g CO2 pro mittelgroßen Paket ausgehst, liegst du in etwa richtig. Beim Vergleich der Paketdienste ist herausgekommen, dass DHL am besten abschneidet. Es besteht die Option gegen Aufpreis den klimaneutralen Versand „go green“ hinzu zu buchen. DHL nutzt das Geld, um Klimaprojekte zu unterstützen. Auch wenn Vermeiden selbstverständlich stets vor Kompensieren geht, ist das zumindest eine Möglichkeit, die Kunden ggf. nutzen möchten. Im Übrigen lassen sich Transportwege auch vermeiden, wenn Kunden per „Click & Collect“ bestellen können. Bei dieser Variante werden die Pakete an ein Paketshop geliefert und einzelne Wege zu Privathaushalten komplett vermieden.

Falls du mit unserer Logistikkomponente versendest, kannst du dir von den Profis ein paar Tipps abholen, wie sich dein eigener Versand möglichst umweltfreundlich gestalten lässt.

3.Retouren minimieren

Je weniger Retouren zu dir zurückkommen, desto weniger Kilometer werden zurückgelegt. Während sich Kunden auf der einen Seite immer genauer überlegen, was sie bestellen, kannst du als Shopbetreiber auf der anderen Seite auch einiges dafür tun, Retourenquoten zu drücken. Wenn der Kunde ganz genau weiß, was er bekommt, ist die Gefahr geringer, dass er die Waren zurückschickt.

  • Verwendet zahlreiche qualitativ hochwertige Fotos und zeigt die Produkte von allen Seiten.
  • Produktvideos und 3-D-Darstellungen werden immer beliebter. Nutze sie.
  • Beschreibe deine Produkte ausführlich und liste sämtliche Inhaltsstoffe auf.
  • Bitte telefonische bzw. persönliche Beratung und die Zusendung weiterer Informationen per E-Mail an.

4.Bestellumfang überdenken

Kunden gehen inzwischen dazu über, statt vieler kleiner Bestellungen lieber eine große Bestellung aufzugeben. Ihnen ist klar, dass dadurch die Umweltbelastung verringert wird. Wenn du mit deinem Shop diesen Trend unterstützen willst, biete zum Beispiel Sammelbestellungen an oder sorgen mit geeigneten Bestellgrößen dafür, dass ein Paket optimal ausgenutzt wird. Beispiel: Statt einer einzelnen Dose bietest du eine ganze Palette an, die perfekt in ein Standard-Paket passt.

5.Standardversand vs. Expressversand

Beim Standardversand sammeln Versender in einem gewissen Zeitraum Pakete, um sie in einer Tour auszuliefern. Dies ist die umweltfreundlichste Option. Expressversand, insbesondere wenn der Transport ins Ausland geht, erfordert fast immer ein Flugzeug. Das verschlechtert die Ökobilanz dieser Sendung exorbitant. Du kannst in deinem Onlineshop entweder keinen Expressversand anbieten oder aber zumindest bei der Versandauswahl die Problematik erwähnen („Standardversand – der klimafreundliche Weg“), um darauf aufmerksam zu machen.

6.Gebrauchtes Verpackungsmaterial nutzen und Plastik weglassen

Ihr könntet bereits benutzte Kartons erneut verwenden und euren Kunden ggf. dafür geringere Versandkostenpauschalen anbieten. So profitieren Kunden von einem niedrigeren Preis, ihr generiert dadurch einen kleinen Wettbewerbsvorteil und außerdem wird die Umwelt geschont, weil keine nagelneue Verpackung produziert werden muss. Zudem lässt sich bei der Verpackung weitgehend auf Plastik verzichten. Auch das ist für manche Verbraucher ein wichtiges Kaufargument, spart Kosten und schont die Umwelt.

Fazit: Verbraucherverhalten beobachten und berücksichtigen

Du kannst einiges tun, um für mehr Nachhaltigkeit beim Onlineshopping zu sorgen. Wichtig ist, dass Kundenverhalten im Auge zu behalten und gleichzeitig den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Rein theoretisch kann der Onlinehandel umweltfreundlicher sein als der direkte Einkauf im Geschäft um die Ecke. Dies gilt aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

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