Warenversand belastet die Umwelt

Wenn du Waren versendest, wird stets Energie verbraucht und CO₂ ausgestoßen. Geht dein Paket in einem Auto auf die Reise, das mit Diesel betrieben wird, ist die Umweltbelastung höher, als wenn ein Fahrradkurier die Ware quer durch die Stadt fährt. Die vermeintliche Schneckenpost per Fahrradkurier ist aber gerade in Städten und auf kurzen Strecken schneller und vor allem umweltfreundlich und deshalb sehr zu empfehlen. 

Um den CO₂ Ausstoß so gering wie möglich zu halten, muss dein Versender entsprechende Standards einhalten. CO₂-Emissionen lassen sich aktuell nicht vollständig vermeiden. Doch die Kombination aus größtmöglicher Vermeidung und monetärer Kompensation ist machbar. Dies gilt übrigens nicht nur für den Versand, sondern auch für die Verpackung.

Versender sorgfältig auswählen

Um einen klimaneutralen Versand zu gewährleisten, kommt es auch darauf an, welchen Versender du beauftragst. Denn sie unterscheiden sich in Hinsicht auf ihre Klimafreundlichkeit teilweise erheblich voneinander. Manche arbeiten mit Elektro-LKWs, andere nutzen innerorts Lastenfahrräder mit und ohne Motor und viele Versender bieten an, die CO₂-Belastung durch eine Zahlung auszugleichen. Da wir keinen Versender explizit empfehlen wollen, raten wir dir, die Versender sorgfältig auf ihre Standards hin zu überprüfen, bevor du sie als Haus- und Hoflieferanten nutzt. 

Was kannst du in deiner eigenen Firma tun?

Wenn du in deiner eigenen Firma dazu beitragen willst, die Umwelt zu entlasten, solltest du deine Prozesse Schritt für Schritt durchgehen. Es findet sich fast jeden Tag etwas, was noch umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Folgende Aspekte kannst du auf den Prüfstand stellen: 

  • Wie viele Papiere fügst du deinen Warenpaketen bei? Du könntest dafür sorgen, sämtliche Belege digital zu verschicken. Dies gilt auch für Retourenlabel, denn es landen erheblich mehr Retourenlabel im Papierkorb, als dass sie genutzt werden. 
  • Nicht nur, wenn du das papierlose Büro realisierst und überwiegend digital arbeitest, sollte dein Stromanbieter Ökostrom liefern.
  • Deine Verpackung sollte einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck aufweisen. Du könntest z. B. Kartons aus Gras verwenden oder solche aus recyceltem Papier. Zur Polsterung und zum Schutz deiner Waren kommt ebenfalls Graspapier oder kompostierbares Füllmaterial infrage. Schau dich auf dem Markt um, das Angebot ist erstaunlich.

Wollen Konsumenten die Waren wirklich so schnell wie möglich haben?

Der Versand ist der wesentliche Aspekt, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Verbraucher bestellen online und wünschen sich ihre Waren möglichst am nächsten Tag im Briefkasten. Für die Natur ist dies katastrophal. Letztlich bestimmt der Konsument die Marktlage durch das Einkaufsverhalten. Hören Konsumenten auf, etwas zu kaufen, sinkt damit auch die Transporthäufigkeit und die Umwelt wird entlastet. Doch bis es so weit ist, vergeht vermutlich noch etwas Zeit.

Inzwischen kaufen viele Konsumenten umweltbewusster ein als noch vor wenigen Jahren. Einige entscheiden bereits heute aufmerksamer darüber, was sie bestellen und was nicht. Doch wenige Konsumenten sind sich wirklich darüber bewusst, welche Auswirkungen der konkrete Einkauf auf das Klima hat. Wenn du mit deiner Firma umweltfreundlich versenden willst, solltest du es auch zu deiner Aufgabe machen, das Verbraucherbewusstsein zu schärfen und emissionsarme Versandmöglichkeiten anzubieten.

Den letzten Kilometer noch klimafreundlicher gestalten

Um CO₂-Emissionen zu reduzieren, hast du es in der Hand, die Zustellung auf der letzten Meile zu optimieren. Glücklicherweise gibt es hier positive Entwicklungen bei den Versendern zu vermelden. Effiziente Fahrzeuge wie Elektro-LKWs und Navigationssysteme, die eine effiziente Routenplanung ermöglichen, haben einen messbaren Effekt auf die CO₂ Belastung. Im Vergleich zu den starken Umweltbelastungen, die beispielsweise der Versand aus Asien mit dem Schiff bis nach Europa bedeutet, ist dies zwar gering, doch sofern du nicht selbst daran arbeitest, zu 100% emissionsfrei segelnde Handelsschiffe zwischen Asien und Europa zu entwickeln, ist dies zumindest ein praktisch umsetzbarer Ansatz, der Wirkung zeigt.

Tatsächlich überdenken große Logistikunternehmen ihre Lieferketten aktiv und überprüfen permanent das Verbesserungspotential für nachhaltige Versandmöglichkeiten. Aus diesem Grund solltest du die Augen offenhalten und dich mit dem Thema beschäftigen. Denn was heute noch als Utopie erscheint, könnte morgen schon Realität sein. Wer weiß, vielleicht ist es gar nicht mehr so lange hin, bis die umweltbelastenden Riesentanker durch alternativ angetriebene Transportfahrzeuge abgelöst werden.

Verbraucher transparent informieren und die Wahl lassen

Wie erwähnt, bestimmen Verbraucher durch ihr Kaufverhalten, was sie wollen. Wenn du deine Kunden transparent informierst und ihnen die Wahl über den Versand lässt, kannst du daraus lernen. Schlage deinen Kunden verschiedene Versandwege vor - von der Schneckenpost für Sammelbesteller bis zur Blitzlieferung für den dringenden Einzelbedarf - und weise konkret auf die damit im Zusammenhang stehende Umweltbelastung hin. Wie reagieren deine Kunden? Welchen Versandweg wählen sie? 

Viele Konsumenten suchen nach Produkten mit möglichst geringem CO₂-Abdruck und sind sich der Umweltbelastung bewusst, die mit dem Versand einhergeht. Das kannst du fördern und etwa direkt im Warenkorb anzeigen, wie hoch die CO₂-Belastung einer Bestellung ist und damit für Sensibilisierung sorgen.

Darüber hinaus gibt es weitere Ansätze, wie du deine Waren klimaneutral verpacken, verschicken und auch retournieren kannst. Folgende Tipps stammen aus der Praxis von verschiedenen Online-Händlern:

  • Bitte deinen Kunden verschiedene Versandmethoden an. Klimaneutrale Versandmethoden werden mit einem entsprechenden Kostenaufschlag versehen.
  • Kunden können größere Mengen bestellen, um Verpackung zu reduzieren. Sammelbesteller sind willkommen.
  • Nutze wiederverwendbare und nachhaltige Verpackungen.
  • Bitte deinen Kunden Retouren-Systeme für leere Produktbehälter an.
  • Stelle mit deinen Lieferanten ein Recycling-System auf die Beine.
  • Sofern nur mit fremden Waren handelst, achte bei der Auswahl der Produkte auf versandfreundliche Formate.
  • Nutze so wenig Verpackungsmaterial wie möglich.
  • Verwende kompostierbares Verpackungsmaterial.

So bitte nicht! 

Styropor, Polystyrol und Plastik sind allesamt umweltschädlich und vergrößern den CO-Impact des Versands. Bis etwa Polystyrolschaum abgebaut wird, vergehen mehrere hundert Jahre! Arbeitest du aktuell noch mit Plastik, Schaumstoff & Co.? Dann informiere dich über die umweltfreundlichen Alternativen und stelle dich schnellstmöglich um. Damit tust du bereits viel für die Umwelt.

Zwei Praktische Tipps für deinen Versand

Es ist wichtig, bei der Auswahl des Verpackungsmaterials nicht nachlässig zu sein, sondern auf umweltfreundliche Qualität zu setzen. Wellpappe z. B. ist im Augenblick eines der besten Materialien, das sich am häufigsten recyceln lässt und deshalb als besonders umweltfreundlich gilt. Neben dem Verpackungs- und Versandmaterial solltest du die folgenden Aspekte berücksichtigen:

Maß halten

Die richtige Verpackungsgröße hat viel mehr Auswirkungen auf die Umwelt, als es auf den ersten Blick scheint. Zu große Verpackungen gehören tatsächlich zu den Fehlern, die am häufigsten gemacht werden. Ist die Verpackung zu groß, benötigst du Füllmaterial, um deine Waren im Karton zu sichern . Da der überwiegende Teil der Füllstoffe nicht recycelbar ist, ist dies ein enormer Umwelt-Nachteil. Hinzu kommt, dass größere Verpackungen auch mehr Platz beim Transport für sich beanspruchen und in ihrer Konsequenz dafür sorgen, dass die Fahrzeuge öfter fahren müssen. Das erhöht letztlich den Kraftstoffverbrauch. Wenn du deine Waren maßvoll verpackst, sparst du Geld und schont die Ressourcen. Außerdem wird der benötigte Lagerplatz geringer und die Zahl der Produktschäden geht zurück, was wiederum die Retourenquote senkt. 

Synergien suchen

Sammelbestellungen anzubieten ist von Vorteil für Kunden und Händler. Du kannst dadurch Verpackungsmaterial und Lager- sowie Transportraum sparen und generell Ressourcen schonen. Suche aktiv nach Kunden, die als Sammelbesteller in Frage kommen und finde Möglichkeiten, den Versandaufwand insgesamt zu senken.

Synergien zu suchen, konzentriert sich nicht nur auf deine Kunden, sondern auch auf den Wareneinkauf. Sofern du große Mengen bestellst, dennoch nicht den ganzen LKW oder einen ganzen Container füllen kannst, suche nach Firmen, die zu einem Co-Versand bereit sind. Das drückt die Treibstoffkosten und wirkt sich günstig auf den ökologischen Fußabdruck aus. Langfristige Partnerschaften sind an dieser Stelle besonders effizient. 

Fazit: Nachhaltigkeit steckt im Detail

Die einzelnen Maßnahmen scheinen auf den ersten Blick nur klein zu sein, doch in ihrer Summe bewirken sie einiges. Natürlich wäre es großartig, wenn die großen Versender alle mit Autos, Schiffen und Flugzeugen arbeiten würden, die die Umwelt nur minimal belasten. Doch das ist heute noch nicht der Fall. Bis es so weit ist, kannst du viel erreichen, wenn du in deiner eigenen Firma nachhaltig denkst und handelst. Genauso, wie jedes Gramm überflüssiges Füllmaterial die Umwelt belastet, schonst du mit jedem vermiedenen Gramm Füllmaterial Ressourcen auf allen Ebenen, sparst Zeit und Geld. Nachhaltigkeit steckt im Detail und es liegt allein an dir, die Prozesse in deiner Firma dementsprechend zu optimieren.

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