Prinzip der Freundesökonomie nutzen

Gemeinsam statt einsam – klingt fast wie eine Werbung für eine Dating-Plattform, meint aber die Zusammenarbeit von mehreren Menschen mit demselben Ziel. Wenn ein Unternehmen nach dem Prinzip der Freundesökonomie funktioniert dann bedeutet es, dass alle gemeinsam nach Chancen suchen und zusammen in eine Richtung arbeiten. Wie gelingt das?

Wir sind das Kapital – Freundesökonomie funktioniert!

Der Begriff der Freundesökonomie spielt für Professor Günter Faltin eine zentrale Rolle. In seinem Buch „Wir sind das Kapital“ beschreibt er in Kapitel 2 „Innovation von unten“, was sich dahinter verbirgt. Sinngemäß sagt er, dass Unternehmer, die nur ihren eigenen Gewinn vor Augen haben, stets Einzelkämpfer bleiben.

Wer diese Position aber verlässt und stattdessen seine Mitarbeiter – und andere Beteiligte – zu Mitstreitern in eigener Sache macht, sie also bewusst mit einbezieht, kann von einem besseren Gesamtergebnis profitieren. Wenn jeder im Team sich für deine Geschäftsidee einsetzt, weil jeder deine Geschäftsidee zum Teil auch als seine eigene Idee sieht, ist der Effekt umso größer. Unterm Strich bleibt auch für dich mehr übrig, weil das Gesamtergebnis insgesamt größer wird.

Neue Arbeitsweise, neue Arbeitsplätze

In einem freundesökonomisch konzipierten Unternehmen entstehen Arbeitsplätze, die sich deutlich von herkömmlichen Arbeitsplätzen unterscheiden. Sie sind erheblich anspruchsvoller. Mitarbeiter in so einem Unternehmen besetzen qualitativ bessere Arbeitsplätze und sie arbeiten in unbürokratischen Strukturen, die sich gut mit ihren eigenen Anforderungen, Fähigkeiten und Talenten in Einklang bringen lassen. Kreativ-schöpferische Arbeit wird gefördert, monotone wiederkehrende Arbeit geht immer mehr zurück. Wenn Mitarbeiter selbstbestimmt arbeiten, ihre eigenen Fähigkeiten erkennen und fördern und ihre individuelle Selbstorganisation fokussieren können, werden die Firmenergebnisse besser als je zuvor werden. Und davon profitieren die Mitarbeiter und auch du.

Family & Friends: Du kennst ihre Wesenszüge

Warum sollte die Ökonomie der Sympathie, der Aufmerksamkeit und Authentizität mit Family & Friends gut klappen? Ein Grund dafür ist, dass du von deinen Freunden und den Familienmitgliedern, die generell infrage kommen, bereits eine Ahnung von ihren Wesenszügen hast. Du kannst bereits gut einschätzen, ob sie im Sinne der Freundesökonomie arbeiten wollen und können.

Beidseitig freundschaftlich, bejahend und vertrauensvoll

Mit Familienmitgliedern und Freunden gehst du locker um und hast bereits eine gewachsene  Vertrauensbasis. Du redest mit ihnen freundschaftlich und bist zuversichtlich, auftretende Problem gemeinsam lösen zu können. Mit Bruder, Schwester, Freundinnen und Freunden fällte der Einstieg in die Freundesökonomie ganz leicht, weil das positive Setting automatisch gegeben ist. Du wirst vermutlich überrascht sein, wie leicht dir der Umgang mit deinen Mitarbeitern fällt, wie spielend einfach die Mitarbeiterkommunikation und -führung wird. Wenn du von der Freundesökonomie überzeugt bist, ergibt sich vieles im Geschäftsalltag und im Umgang mit Mitarbeitern von ganz allein.

Freundesökonomie funktioniert auch mit Fremden – sie werden zu Freunden

Natürlich funktioniert das Prinzip auch mit Mitarbeitern aus anderen Kreisen. Mit der Zeit wachsen deine Erfahrung und deine Menschenkenntnis und es wird dir immer leichter fallen, passende Mitarbeiter rasch zu identifizieren. Sicher, nicht jeder ist bereit oder in der Lage, das höhere Maß an Verantwortung und die damit verbundene Freiheit im Job auch tatsächlich auszufüllen. Allerdings dürfte die Chance hoch sein, dass deine Anforderungen und die Fähigkeiten der ausgewählten Mitarbeiter im freundschaftlichen Ökosystem deines Unternehmens sehr gut zusammenwachsen.

Wo  und wie du Kontakte zu potenziellen Mitarbeitern außerhalb deines Freundes- und Familienkreises knüpfen kannst, ist Thema des nächsten Teils.

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